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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 264

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
Date
1888-01-01
Page
Seite 264 (sequence 33)
Language
German
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264 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher Tier, das des Schwimmens unkundig ist, gesetzt; eine ähnliche Verbindung findet sich in Nr. 57 der Meisterlieder der Kolmarer Hs.') Ein snecke und ein beseme heten einen sin, sie fuoren über mer. Die Schlußlüge derselben Str. ist milder im Vergleich mit den andern Fassungen. Uebrigens war 211 ^Lv^sten auk äem LLse schon vor 1539 in Westphalen sprichwörtlich geworden; Eberhard Tappe 2) hat nämlich in seiner Sprichwörterausgabe dieses Jahres ^) unter Nr. 47 Kraeeas ealenäas. Oonsimilem sensum dadet et ^oe aäa^il a ^VeLtxkaUs vul^o Haetati: l'o?iuxten ux äem z^se, iteiQ Muä ^0 Mmmermisss^. 6,3—5 ist verderbt; nach der nd. Fassung bei Uhland sollte es hier lauten: der eine der kont nicht hören, der andre war blind, der dritte stumm, der viert kunt kein fuß rüren. Auch 7, 4 scheint nicht ursprünglich zu sein, denn in einem Lügenlied hat diese Zeile keine Berechtigung. Unsere Str. 8 ist bei Uhland 240 B Str. 7, nur das hier Augsburg und dort Mülen genannt ist. Aber die Str. 3. 4. 5. 9 stehen ebenso wenig bei Uhland wie bei Mittler. Doch giebt es Analoga für die Tendenz dieser Lügen. Bei 3, 3—5 ist aus der Zeit der mhd. Sprachperiode herbeizuziehen: äo saek!ek starker -nwlve viere, äie dat ein altes sekak ersla^en^). und später, bei Uhland, Vl. 241, 10 äarnaek ein sekak eiu ^olk 2erriss. Str. 4 scheint verderbt, berührt sich aber jedenfalls in der Satire gegen die Schneider mit Str. 5. Hierzu ist das Märchen vom tapsern Schneiderlein zu vergleichen (K.H.M.III, 20): das Schneiderlein setzt sich auf die Gerte; aber diese, statt sich zu biegen, schnellt es in die Lust. Noch genauer stimmt zu dem Inhalt dieser Str. die 49te Historie des Eulenspiegel in der Ausgabe von 1519 6) (eä. Lappenberg) -?^Vie LulenspieAel ärez^ Lekne^äerkneekt von eiueni I^aäeu taUen rnaedt unä äen lütev saA, äer ^nä ket sie ksradse^ext." Abhängig hiervon ist Nr. 658 in Pauli s, Schimpf und Ernst (eä. Oesterley, S. 363) „seken, seken, ^as leiedten Wieks, ') eä. Bartsch, 1862. 2) vgl. Göd. § 104, 7. H Hv F., Findlinge, S. 84. Mittler hat nach Müller-Fraureuth (Deutsche Lügendichtung, Halle 1881. S. 96) sämmtliche Vll. dieser Art vereinigt; dies ist aber ein Irrtum. Es fehlt z. B. bei Mittler ein Lügenlied in 6 5zeil. Str., beginnend: „Lin vev^es lieälein sollen wir leren sinken, ninäer dem oten stet ein Zrüne linden," das im Ns. Zerm. toi. 754 der K. B. aufgezeichnet ist; ferner eins, das in „Münsterische Geschichten und Sagen", Münster 1825 abgedruckt ist: „vaor was en Buer in Soest äe neääs Tnost" etc. °) vgl. Marner, eä. Strauch, QF. 14. S. 110, 186. H In späteren Ausgaben die 48te.

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