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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 262

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
Date
1888-01-01
Page
Seite 262 (sequence 31)
Language
German
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262 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher neue seit" ankündigten.^) — Der Inhalt der Str. 10 bezieht sich auf einen jüdisch-religiösen Brauch, nach welchem am Tage vor dem Versöhnungsfeste für jedes Familienmitglied als Sühnopfer unter bestimmten Ceremonien ein Hahn geschlachtet wird. 2) 30. „Die Rätsel setzen scheinbar Unmögliches".2) Die Volksdichtung geht aber noch einen Schritt weiter und stellt das wirklich Unmögliche dar: das Produkt dieser Phantafieentfaltung sind die Lügenlieder. Im Ms. S. 23 ist ein solches aufgezeichnet, das sich in der Mehrzahl der Strophen mit dem Dithmarsischen Tanzlieds deckt. ^) 1. Also will ich fingen und will nit lügen, wie ich fach zwei gebraten ochsen fliegen, sie flugen also schnellen, die bauch kerten fie zum Himmel zu, die rucken zu der hellen. 2. Ein apir ^) und ein mülenstein, die schwammen mit einander über Rein, sie schwammen alsu leise, es erfror ein frosch uf ein gelindige schne zu Pfingsten uf dem ^) eise. 3. Ein helefant, den ich laufen fach durch b) einen engen mausenloch, er lief also großen schnelle. ein schaf, das hat ein kind derbissen, das war also grusem und geferlich. 2) Herr Schlome aus Prag hat dann wohl bei diesem Propheten an einen jener Rabbinen gedacht, die sich als Propheten aufspielten. 2) In den christl. Rätseln aber kommt ein ähnliches Motiv vor; bei Hans Bolz, B.II. 18t umd ües inensoneu willen Aestorden; noch klarer bei Emser B. 5—7 211 letst Zs^orken in üas 5eur 6en armen sunäeren 2U steur, 6ie 6ure!l sein toä sinä sorAenkrei. Ebenso ist daS latein. Rätsel bei Reußner zu vgl.: ^.vtequam tauäein moritui', piatur eto. — Sollte dies nur scherzhaft den Genuß des Verzehrens andeuten? Ein ähnliches Motiv verwendet W. Spangenberg in seinem GanSkLnig (e<Z. Martin, Straßburg, 1887 S. 75). Sanct Martin hält die Heiligen davon zurück, die Gans aus dem Himmel zu vertreiben; sie habe ein Recht dort zu sein, ^eil sie ein mart^rern anen ist, 6ie stets 211 613er jares trist vergesset ir uliselinläjAS dlut: 6ainit sie clann de^euZen tut, 6as inan üas ke^Iix tost soll ereu u. s. w. 2) Uhland, Schr. m, 221. ^) Man könnte diese Gattung, um ihre Zugehörigkeit zu den Rätselliedern kurz zu bezeichnen, „unauflösbare Rätsel" nennen; sehr instruktiv dafür erscheint mir die Frage, die sich an das Lied des Tanhuser, „Ez sluoc ein rolp ir man ze tode" (HMS. II, 97) geknüpft hatte: man hielt es so lange für ein Lügenlied, bis man die Lösung der einzelnen Rätsel gefunden habe. vgl. Roethe, Zs. 30, 419 und Werner, Zs. 31, 363. 5) Uhland, Bl. Nr. 240 A. «) Eber(?) oder Affe? y Ms. 6as. «) Ms. äui-iek.

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