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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 261

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
Date
1888-01-01
Page
Seite 261 (sequence 30)
Language
German
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Volks- und GesellschastSlieder in hebräischen Lettern. 261 10. Ein tag ist im jar, wärlich, das ist war, kann er die sünd vergeben, das sie niemand men ankleben, tut sie uf sich nemen, das sie den menschen nimmer erkennen. 11. Wie ich von leuten hör, stet man im nach ser, auch!) schwören (sie) hoch und teuer, man dräut im nach mit dem feuer. und all die nach stenen möcht ir wol kennen. Er ist aber insofern zu tadeln, als er viele Weiber hat (12); trotzdem wird er bei jung und alt, bei Königen, Kaisern und Herren gar in Ehren gehalten (13). Das Hilst ihm aber nichts, er wird keines natürlichen Todes sterben sondern zerrissen werden (14). 15. Nun ir lieben weiber und mannen, der novi ist ein han, wenn er sich loßt hören, tut ein neu wetter weren ^); um Mitternacht tut er sagen, jauch^ wenn es hebt an zu tagen. 16. Der da hat gemacht das lied, der heißt der frölich jüd; wenn ich in weit nennen, möcht ir in wol kennen; doch will ich euch sagen, er heißt R.^) Schlome vun Prägen. Reinh. Köhler hat im Weim. Jhb. V, 348 f. die Rätsel über den Hahn und Kapaun zusammengestellt; hinzuzufügen sind aus dem ältesten Straßburger Rätselbuch (eä. A. F. Butsch, Straßbg. 1876) die Nr. 96, 1(X) und 104. — Vergleicht man mit diesen das vorliegende Lied, so sieht man, daß das Hauptmotiv unseres Rätsels, die Übertragung der Eigenschaften eines Hahns auf einen Propheten, in den deutschen schon vorgebildet ist; im Räters Hieronymi Emsers: xroxket smüreuä xedoren ^arä, rot ^aL iva sein krcm unä Kart; im Straßb. Rb. Nr. 96: Ls sew Te^68t xroMetev) äle nit ^«lernet beten ete. Nur ist die Komik des Vergleichs hier weiter ausgeführt. Einige Züge scheinen mir als satirisch beabsichtigt zu sein; so die Hervorhebung davon, daß dieser Prophet kein Geld annehme, nichts Warmes esse, sich mit Wasser als Getränk begnüge und viele Weiber habe; alles Dinge, die „ew ^unäer uuä ew 1) Ms. uek. 2) jüd.-deutsch für »8ten« oder „stsksn". 2) jüd.-d. für „neräen«. Rabbi. - Ms. R. Schlome vun Prager.

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