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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 258

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
Date
1888-01-01
Page
Seite 258 (sequence 27)
Language
German
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258 Felix Rosenverg, Ueber eine Sammlung deutscher 25. Das dritte Lied, das hier in Betracht kommt, ist sehr obscön (Ms. S. 25—28). Es find 27 4 zeilige Strophen; fast in jeder werden Namen derer genannt, die der Venus vulgivaga huldigten. Einige der zahmsten führe ich hier an: I. Jüdischer stamm: von rechter art, ich will euch fingen von einem, der hat ein grüen bart. Eisak Stilingain ist er genant, er wont im Schweizerland. Der Autor spielt sich fast in jeder Strophe als beauftragter Berichterstatter auf; so sind die ersten Verse typisch in dem ganzen Gedicht, „Li sei iek eued n!t Za^en" oder „Run iek euek nennen Kar dalä" oder „lek euok sassen von einem dösen stüek". Er thut, als ob er es eilig hätte: „Nun muß ich weiter gan, ich Hab noch vil zu thun". Str. 7. Nun Hab ich schier die besten vorgeffen, zu Burgau tut man auch mit sulchen ellen messen; einer heißt Tebleh, son Rabbi Jona, seiner köchin Hot er muffen wol lonen. Str. 10. Nun will ich euch sagen von einem guten gesellen, wie man in hat dertapt bei einer quellen, man Hot in tun spüren, man hat in gen Günzenhausen tun füren. Str. 25. Noch hat sich etwas zugetragen: zu Frankfurt Hot einer machen ein pulzen 2) tragen; er heißt Löb zu der Roseneck, er hat fie geschneit ^) hinter der Holzheck. Zum Schluß versichert der Dichter, er sei selbst nicht so sittenstreng, wie es den Anschein habe. Str. 27. Nun will ich euch lesen den titel, es tut uns jungen ser verdrießen, als mich (Ms. ich) und Eisak Kitel; fie sein drum keine narren, fie faren auch gern uf sülche schübkarren. Mit dem Liebeslied eng verwachsen ist die Gattung der Jägerlieder; zwei derselben finden sich im Ms. 26. Auf S. 47 steht das dekannte „lek 8aed vor Henem ivaläe ein keines dirsedlein stan"; und zwar 7stroph. wie im FLB. Nr. 64, auch in der- Ms. LurZa; über die Ortsnamen, die in den Liedern 23. 24. 25 vorkommen, ist das in der Einleitung gesagte zu vgl. 2) Im j«d wird xulssl (aus frz. xueells, ital. xuleeUa) meist für „Jungfrau" gebraucht. 2) Synonym damit ist in dem Gedicht häufig „siek mausen" verwandt; vgl. DWb.VI, 1827.

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