Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 26)
- Language
- German
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Volks- und GesellschaftSlieder in hebräischen Lettern. 257 2. Fein hat man es tun verlesen, wie sie haben gefurt ein Wesen, und das ist kurzlich geschehen, e ich mich Hab umgesehen; umgesehen hin und her, ich Hab getracht gar ser, bis ich es Hab gebracht in ler, es ist mir geworden gar schwer. Das Fragment im Besitz Steinschneiders (Serapeum XXV, 102 Sir. 450) hat außer der Variante 1, 2, die in der Einleitung besprochen wurde, in 2, 6 statt 1er das, was hier die Bedeutung des Wortes ist, nämlich reim. Aehnlich in der Form (nur ungeregelt), aber verschiedenen Inhalts ist 24. ein Spottlied auf die Parnassim, die Gemeindevorsteher, gedichtet von einem armen Gemeindemitgliede (Ms. S. 92—97). Mir armen muffen klagen, was ufkomt im olam ^) was do is geschehen im Bamberger land, wie die parnassim antun den armen große schand. Geben sie einmal ein Fest, so lassen sie die Armen hinter der Thür stehen; das Essen, das man diesen bringe, sei halb warm und halb kalt und so wenig, daß man nicht satt davon werden könne. Aber das sei nicht alles: es werde noch soweit kommen, daß die Armen nicht mehr in die Stube gelassen werden. Ja, sie werden noch vom Münsterplatz hinweg getrieben werden, wenn sie kein reedt I>Ä88x0rt aufweisen würden. Gegen zwei der Vorsteher wird er besonders ausfallend, auf S. 96 heißt es: Elokenu we-eloke abothenu^) wolten unsre öbersten Hirsch Schwarz und Schmerle Schuppalch noch bei leben sein, so Welten mir armen nit leiden so große Pein; denn Hirsch Schwarz hat vil midoth toboth ^) an sich gehat, vun drei känken weck *) ist er nit gewesen halb satt, :c. an einem halben Tage habe er nur neun Mal Käse und Brod gegessen; die 4 letzten Verse haben eine ganz fromme Wendung. Nun wellen mir die slichoh 6) beschließen, haschem jisbarach 6) sol uns sechuth abothlossen genießen, das wir es uf dem Munsterplatz austragen. daruf wellen mir „amen" sagen. t) in der Welt. H unser gott und gott unser Väter; elokenu ist absichtlich sür die richtige Form elohenu gesetzt, um den Namen Gottes von Profanem fern zu halten. 3) gute Sitten. H eine Art Weihnachtsgebäck; vgl. nä. Wb. s. v. wekebröt. 5) Bußgebet. °) Gott, sein Name sei gelobt. H das Verdienst der Väter.