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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 3 · p. Seite 256

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 3
Article
Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
Date
1888-01-01
Page
Seite 256 (sequence 25)
Language
German
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256 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher Auch Str. 2 nur mit anderm Schluß wird jetzt noch gesungen. Die 3te Str. ist verderbt; der Sammler wollte sie, wie es scheint, anfänglich ganz weglassen; denn er hatte schon die ersten 7 Worte der Str. 4 geschrieben und strich sie dann. Aber zu den Str. 1. 4 und 5 sind mir nicht analoge bekannt. 23. Einige Lieder, in denen persönliche Satire vorwaltet, und die jüdische Verfasser haben, berühre ich hier nur kurz, weil sie besser im Zusammenhang mit verwandten Erscheinungen behandelt werden. Auf S. 17—22 ist ein Lied in 31 8zeil. Str. aufgezeichnet, das zur Erweckung fröhlicher Laune am Purimseste (Esther IX, 19) dienen sollte. Alles, das zu diesem Zweck am 14. Tage des Monats Adarbeitragen konnte, scheint erlaubt gewesen zu sein, selbst die Verbindung des Heiligsten mit dem Gemeinen, Parodien ernster Bußgebete u. dgl.2) Dieser Gattung gehört auch das vorliegende Lied an. Die Überschrift desselben Diu küxseliev okatonu (wir haben gesündigt) Aar ^ol AeÄiedt läßt etwas andres erwarten, als die Geschichte von taub Jeklein: wie dieser von einem Bauern eine Kuh kauft, von seiner Frau Kendlein ausgescholten wird, weil er sich habe betrügen lassen; wie er dann, als die Kuh ein Kalb wirst, und er dem Ortsrichter nach dem Gebrauch die Kalbszunge geben muß, diese ganz kurz und dünn abschneidet; und wie der Ortsrichter das bemerkt und zur Strafe Frau Kendlein die Geige aus dem Markt hin- und hertragen läßt. Auch bei andern Gelegenheiten giebt Jeklein Anlaß zum Spott: Kendlein erscheint immer als Xantippe, und Jecklein als ein filziger Mensch, der gern aus andrer Kosten ißt und trinkt, der aber dann zum Bezahlen genötigt und dabei übervorteilt wird. — Ich führe die ersten beiden Strophen an, weil sie eine Anschauung von der Form des Ganzen (Kettenreime) geben; besonders aber, weil Str. 1 einen Anhaltspunkt für die Bestimmung der Zeit, in die wir dies Lb. setzen können, gewährt. Z. Chatonu: adabroh wajiruach ich will euch sagen, was da is geschehen beschnas^) schnach in der kehilloh kedosche^) fragt niks und lat euch niks sein kosche.^) kosche lot euch niks sein, den es ist eitel Purim gemein, das man macht ein spil vun taub Jeklein und mit seinem weib Kendlein und mit seinen zwei sünlich^) fein. 2) der Tag des Purimfestes. -) vgl. die Artikel Steinschneiders „Purim und Parodie" in Israelitische Letterbode eä. M. Roest VII, 1—13, IX, 45—49. 3) ich werde sagen und verkünden. im Jahre n "2^-358 (Zahlenwert der Buchstaben). 5358 nach jüd. Zeitrechnung entspricht dem Jahr 1598. 2) in der heil. Gemeinde, b) lasset euch nichts bekümmern. Söhne, vgl. tierlich Nr. 20, 2, 4; leutlich 39, 2, 2.

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