Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 23)
- Language
- German
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Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher 8. Es ist kein appel so rosenrot, es stecket ein wurm drein, es ist kein maidlein so Höfesch und fein, es fürt einen falschen finn. 9. Schön, reichtum, erlich und auch frum, und wo die vier beisammen sein scheihnet eller denn die sunn.*) Bei Ltzg. hat das Lied 16 Str.)? Hier haben wir augenscheinlich eine ältere, wenn auch nicht die ursprüngliche Gestalt vor uns. Zunächst scheint Str. 2 einem andern Liede entnommen zu sein; in der vorliegenden Fassung aber wirkt sie noch nicht so störend, wenn man sie als Bitte des Mädchens versteht, wie bei Ltzg., wo sie auf unsre 3te Str. folgt. Vermutlich ist dies Lied aus zwei selbstständigen Strophenpaaren (hier 1.3 und 4. 5) zusammengewachsen. Den Charakter des Zusatzes tragen auch die Str. 6 und 7, die in der andern Fassung fehlen und mir auch sonst nicht bekannt sind. Inhaltlich berührt sich Str. 7 mit dem Schnaderhüpfel:^ Wann d' Schtad'l volla Hoi san, aft wiard koan Kua ned maga, wann oan'r a scheni Schwesta had, ast kriagt a bald an'n Schrvaga. Dem neckenden Spott der Liebeslieder steht in einigen Dichtungen unserer Sammlung beißende persönliche Satire zur Seite. 21. Die Verspottung des Hahnreihs in dem Liede „Ls ket ein diäerman ein ^tzib" ließ sich unser Sammler nicht entgehen:Ms. S. 9. Es scheint, als ob er an bestimmte Personen bei der Aufzeichnung gedacht habe, denn der Anfang von Str. 2 heißt hier: Der man Autman ^olt erfüllen 6er frauen Iren willen (Böhme: äer man 6er ^olt erfüllen), und der Schluß von Str. 4: Der Antman nL äer äilen, äer sxraed, ied bin noek liier (Böhme : äer Lerman uk äer äüllen sxraok). Letztere Stelle könnte aber auch als „gut man" gelesen werden; und anderseits ist möglicherweise in 2, 1 man ein Zusatz, so daß es lautet: äer Kut man >v0lt :c.; „Aut man" könnte eine scherzhafte Kollektivbezeichnung für einen Hahnreih sein. — Die Variante 6, 5: 80 far äer xuKuk in äa-s den (Böhme: 80 kar äer teukel W3 ke^) hat er wohl in seiner Vorlage gehabt. 22. Wie sehr viele Volkslieder richtet das folgende seine Spitze gegen die alten Weiber (Ms. S. 96). In der hier vorliegenden Gestalt ist es, wie ich glaube, noch nicht bekannt. Lren aus 8ien macksn" - sich ein Ansehn geben, vgl. Schm. 1,1372, od. österr. siel» einen Kren Zeden. ') Ein Lied in 13 8 zeit. Str. im Lb. des Paul von der Aelst und auf einem fl. Bl. (HB.) hat ganz denselben Anfang (die 4 ersten Verse) wie das unsre, hat aber sonst keinerlei Berührung mit ihm. Die ersten 4 Zeilen der andern Strophen haben auch im Gegensatz zur ersten den Reimbau ab ab. -) vgl. KnW. IV, 232 und Böhme, AL. Nr. 267. 5) vgl. Tschischka und Schottky, Oesterreichische Vl., 2 Aufl. Pesth, 1844, S. 202. Uhland Bl. Nr. 282. Böhme, Mb. Nr. 471.