Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 18)
- Language
- German
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Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern. 249 Daß. dies Zusatzstrophen sind, ist schon aus der Verschiedenheit des Stils leicht zu ersehen; vor allem aber spricht dafür, daß in diesen 5 Strophen die Ketttenanreihung der andern ganz fallengelassen ist. ^) Auf S. 78 des Ms. finden wir das Lied: Raek Lek>var2eQ kirsekeit 14. 8tei^et man Koek (in Brechtel's Kurzweilige Neue Teutsche Liedlein, 1594, etr. Göd. §. 110, 28, 3). Es ist hier fast wörtlich so wie bei HvF, VGL. Nr. 107. In der Tendenz berührt es sich mit dem bekannten Vl. (Uhland, Vl. 15. Nr. 252) „O baurnknecht laß die röslein stan! sie sein nit dein; du tregst noch wol von nesselkraut ein krenzelein." und ebenso mit einem Liede des Ms. S. 97, das ich sonst nirgends gefunden habe. 1. Ach edler berr, ich rat es euch nit, die berg sein hoch, ir steiget sie nit, daruf hat es sich viel spitziger stein; laß ab, es kann nit gesein. 2. Ach edler Herr, ich rat es euch nit, die berg sein hoch, ir steiget sie nit, daruf hat es sich vil spitziger doren^), laß ab, es ist verloren. 3. Ach edler Herr, ich rat es euch nit, der wein ist sauer, ir trinket in nit, so tut man auch schwefel drein, laß ab, es kann nit gesein. 4. Ach edler Herr, ich rat es euch nit, sder wein ist sauer, ir trinket in nit,^ die malzeit ist euch zugericht, junge tauben braten ^) geschwind, laß ab, mein liebes kind. 5. Ach edler Herr, ich rat es euch nit, die jungstau will euch warhaftig nit, sie spricht, ir hat das fieber, ein andren hat sie vil lieber. ^) Aehnlich in der Form und z. T. auch inhaltlich find die beiden Fassungen des Liedes: »^Ls, mein Zenats, ick muss urm kort«. Nachweise giebt Ad. Jeitteles im Arch. s. Leg. 9, 378, wobei nachzutragen ist: Münsterische Geschichten und Sagen, Münster, 1825 8" S. 205 und Bockel, Vl. aus Oberhessen, 1885. Nr. 97. 2) Die erweiterte Form „doren" ist im 15. u. 16. Jh. nicht selten, etr. DWb. II. 1287, vielleicht aber ist das e auch hier ein Svarabhaktivok., der im j-d., wie mir scheint, besonders in der Umgebung von r sehr beliebt ist. 2) Ms. zeigt einen Svarabhaktivokal: beraten. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. II. 17