Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 17)
- Language
- German
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248 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher gezeichnet ist. Die Fassung hier Hilst uns, die Zusatzstrophen von den echten im Lb. des Paul von der Aelst v. I. 1602 (ek. God. Z 109, 36) ^) abzusondern. 1. Lösch ab, lösch ab 2), mein herz das brint, mein seines lieb hat es mir angezünt. 2. Schenk ein, schenk ein das hole glas trink aus was schadt dir das. 3. Es schadt mir niks, es schmekt mir wol, ich weiß wol einen, der es bezalen soll. 4. Der es bezalen soll, der ist nit hier, kumt er schier, do kumt er schier. 5. Kumt er schier nicht zu rechter zeit, so nemt feines lieb ein ander weib. 6. Nemstu ein weib, nem ich ein man, leit mir, feines lieb, nit vil daran. 7. Far hin, far hin, du junger helt, und mach es doch, wie es dir gefelt. 8. Gefelt es dir nit, far immer hin, und loß mich bleiben, der ich bin. 9. Der ich bin, das weiß man wol, ich weiß wol eine, die mir werden soll. 50. Die mir werden soll, die ist nit weit, sie wird bald kommen zu rechter zeit. Z1. Zu rechter zeit, zu rechter stund, der liebe . . . spar dich gesund.^) Es ist leicht erklärlich, daß in solchen neckenden Liebesliedern häufig in der einen Fassung dem Manne Strophen in den Mund gelegt werden, die in einer andern das Mädchen spricht, und umgekehrt. Und wirklich ist die Person des Sprechenden im Lb. des P. v. d. A. in allen den Strophen ^) eine andre, in denen sie nicht durch den Reim festgehalten wurde, wie in Str. 6, 7, wohl auch 8. Bei P. v. d. A. folgen noch 5 Strophen: Mein Hertz ist frisch und wolgemut, es tracht nicht ser nach großem gut. Allein nach er und tugend schon ^) mein junges Hertz nur ringen tut. Bringt uns der mai den grünen kle, scheiden von seinem lieb, und das tut we. Wer ist, der uns dies liedlein sang? ein gut gesell bleibt sein leben lang. Er singt uns das und noch vil mer, gott b'hüt allen jungfrauen ir er. -) Weim. Jhb. II, 320—356, von HvF. 2) Bei P. v. d. A. eine Lesart, die nicht so sinnlich-konkret ist wie unsere: 'Waen auk> ^aen auk. 3) Bei P. v. d. A. üer ILsds Zott spar in Z68unä. Vgl. Str. 3. 4. 5. 9. 10. 11. 5) Mit HvF. a. a. O. ist „sekon« in „Aut" zu verbessern.