Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 14)
- Language
- German
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Volks- und GesellschaftSlieder in hebräischen Lettern. 245 Das rasche Schwinden eines geträumten Genusses beklagt das Lied: 10. Einsmals ein süßen träum ich het, unv wie mein feins lieb stund vor meinem bett, wie sie gott hat geschaffen; das edelbild sprach, so du wilss^t, so will ich bei dir schlafen. Das Lied hat bei Ltzg. und auf einem fl. Bl. Magdeburg 0. I. (HB.) 6 Strophen, hier nur 5; Str. 4 der genannten Fassungen fehlt hier. Die Beliebtheit dieses Liedes bezeugt das Vorkommen von 5, 1 und 2 in einem Quodlibet von Franck Nr. 4) Da sxravA äa.8 lisds enAelew Mit kreuäeu 211 mir ins dett liinein. Verwandt in Inhalt und Form ist das Lied Liu8mal iek in seklafes Mal (Göd-T. Nr. 99; HvF, VGL. Nr. 8). Die Volksdichtung des XVI. Jh. scheint sich in der Ausmalung dieses Traumes sehr gefallen zu haben'); dasselbe Motiv ist z. B. verwertet bei Uhland, Vl.?!r. 20, 3. 4. 27, 3—5, 28, 1. 2. Trauer über Untreue seitens der Geliebten findet Ausdruck in einem 11. Liede, das auf einem fl. Bl. Magdeburg 1601 (HB. 927) abgedruckt ist. Die Fassung desselben Liedes in unserm Ms. ist aber so verschieden von dieser, daß sie vollständig mitgeteilt zu werden verdient. 1. Nach trauern kumt bald freud, des freu ich mich allezeit, ..........-) ich hoff, es sei mein glücke, es wend sich all mein leid. 2. Ich Hab mir auserwelt eine, die mir gefelt, sie spricht: ich Hab kein lieber als dich^) ja, ich verste wol „hinter sich"/) also get es zu in der welt. 3. Treu Hab ich ir geleist, untreu sie mir beweist, ich leist ir treu zu aller frist, untreu mein belonung ist, das gereuet mich allermeist. 2) ») Dies Motiv gehört zu denen, die aus alter Zeit fortleben; vgl. Friedrich von Hausens Str. in MSF. 48, 23—31; und Walther vou der Vogelweide 75, 17—24; weitere Nachweise giebt Wilmans im Leben und Dichten W. v. d. V. (Bonn 1882). 2) V. 3 fehlt im Ms., im fl. Bl. heißt er: Msunä Zet all mein säen -uruek. 3) Ms. mied. Ueber „hinter sich" etwa gleich „umgekehrt wird ein Schuh draus", ckr. DWb. IV 2. SP. 1495. 2) Ms. allermeinst.