Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 12)
- Language
- German
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Volks- und Gesellschastslieder in hebräischen Lettern. 243 Liegt in der Fassung unseres Ms. eine Anspielung auf die Kleidung Michels vor? ek. 6, 3 bei HvF. Nlekelsiü . . . kat küdseke xelbe ko3eii an. Ganz im Geschmack des ausgehenden XVI. jh. ist ein 7stroph. Lied auf S. 98 des Ms., beginnend: Nun grüß dich got, feines liebelein, itzundert will ich bald bei dir sein und will erfreuen das herze dein, das so lang hat gelitten schwere Pein. Dasselbe Lied hat bei Ltzg. 8 Str., und eine Fassung von 10 Str. ist „aus einer alten Hs." abgedruckt bei Mayer (Des alten Nürnberg Sitten und Gebräuche, Nürnb. 1835 II, 45). Unsere Str. 1, 2 und 4—7 entspricht Ltzg. 1, 2, 5—8 und M. 1, 2, 7—10 (Ltzg. und M. haben Str. 3 und 4 gemeinsam, nur M's Fassung eignen die 2 darauf folgenden Strophen). Str. 3 lautet: Zr mündlein rot, ir euglein klar haben mich ganz oft erfreut zwar, mein eigen sulst du sein vürwar e, Wils got, verget ein jar. Sie findet sich bei Ltzg. gar nicht; bei M. bilden je zwei Verse derselben den Schluß von Str. 5 und 6. — Beachtenswert erscheint mir der Umstand, daß alle die Strophen, die in unserer Fassung, der kürzesten, fehlen (M. 3—6), den durchgehenden Reim vermissen lassen; außerdem fehlt dieser noch in 2 Str. (hier Str. 2 und 7). Die Neigung deutscher Volkspoesie, Naturgefühl mit Liebesgefühl zu verbinden, hat auch hier, in einem Abglanze derselben, ihre Spur hinterlassen. S. 19 findet sich das häufig gedruckte ^) ^Vis Kokon dlüt uns äer meie, 4str. wie bei U. Nr. 58 und FLB. Nr. 30. (Nur 3 Str. hat Zks. xerw. lol. 752 der K.G.) Wenn hier die ersten 2 Verse von Str. 3 lauten: Zwei blümlein auf grüner Heiden, die sein mir so wolgemut, statt mit vamen "WolAenmt oder äie keiZseu Wolgemut, so haben wir wohl anzunehmen, daß unserm Sammler die „Botanik der Liebe" 2), die „Augentrost", „Erenpreis" u. dgl. erfand, nicht geläufig war, und daß er den Text seiner Vorlage zu verbessern glaubte. Das Lied „In äem waieu ist so liedliok unä solion" (Ms. S. 100) hat hier dieselbe 8stroph. Fassung wie bei Mittler, wo es S. 545 von einem fl. Bl. des I. 1646 (K. B.) abgedruckt ist. Abweichend ist nur, daß Str. 6 und 7 Mittlers hier in umgekehrter Reihenfolge stehen. Bei i) Nachweise bei Uhland, Schr. IV, 51. y Ausdruck Uhlands, Schr. IH, 437.