Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 3
- Article
- Hermann der Prämonstratenser
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2259275-2259334-2259338-2259477--0711-2259512- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
226 I. Aromus, Hermann der Prämonstratenser. den Christen herrschte große Freude, die Juden aber betrauerten ihn tief als einen Verlorenen. Er war nun Christ, aber er fühlte sich noch immer nicht ganz sicher für die Zukunft, wenn er nicht einer beständigen geistigen Zucht unterworfen blieb. Aus diesem Grunde wurde er Mönch in Kappenberg ^). Hier begann er Latein zu lernen und brachte es in fünf Jahren so weit, daß er die Priesterweihe empfangen konnte. So Hermanns Bericht. Daß die Zeitgenossen daran viel Gefallen fanden 36), ist begreiflich. Bekehrungen waren nicht selten, aber wenn sonst Juden und Heiden sozusagen über Nacht Christen geworden waren so hatte Hermann unter harten Prüfungen den rechten Weg suchen müssen. Daß er alle diese Prüfungen hatte bestehen können und nicht minder die Art wie er sie bestanden hatte machte seine Geschichte zu einem unerschöpflichen Quell der Erquickung für fromme Gemüther. Immer wieder und wieder mußte er seine Erlebnisse erzählen, und endlich entschloß er sich, seine Geschichte eben wegen ihres erbaulichen Charakters aufzuzeichnen^). Zwischen der Taufe und der Abfassung der Schrift lagen wenigstens fünf Jahre") und es wäre ein wahres Wunder, wenn nicht in so langer Zeit und unter dem Einfluß des häufigen Erzählens der Hergang in Hermanns Jahr 1127 fällt, sein Vorgänger starb am 28. Februar dieses Jahres. Diese Annahme läßt sich jedoch nicht beweisen und es darf nicht verschwiegen werden, daß Ekbert, der Lothars besondere Gunst genoß, öfter in der Nähe des Königs nachweisbar ist. Ein Aufenthalt des Königs fällt in den Juli 1131, Bernhardi: Lothar S. 375, doch kann dies nicht der von Hermann erwähnte sein, denn da dieser Münster nach fünfmonatlichem Aufenthalt erst gegen Ostern verließ, Ekbert aber schon am 9. Januar 1132 in Köln starb, so kann Hermann nicht erst im Winter 1131 zu ihm gekommen sein. Nach Bernhardi S. 149 war Lothar auch 1128 in Mainz, nachdem er wahrscheinlich im Februar von Würzburg mainabwärts gezogen war. Vielleicht kam Hermann in diesem Jahr nach Mainz, jedoch war Lothar auch im September 1127 in dieser Stadt, Bernhardi, S. 128 und 135, Giesebrecht Gesch. der deutschen Kaiserzeit 4, 27. Die Angabe von Gicrse, Gesch. der Juden in Westfalen S. 13, daß Hermann 1172 nach Münster gekommen, beruht vielleicht auf einem Druckfehler, cax. 20, x. 832. Ein Beweis dafür ist, abgesehen von den noch anzuführenden Angaben Hermanns selbst seine Erwähnung in der bald nach 1150 verfaßten vita. Koäetriäi öaxenderK. eap. 3. Nov. (Zerm. 83.12, 518. Der Verfasser hat Hermanns Schrift nicht gekannt, da er sonst nicht alles bis zum Beginn der Disputationen sortgelassen hätte. Auch berichtet er Dinge, die in der Schrift nicht stehen. So wissen wir nur durch ihn, daß der entführte Bruder zugleich mit Hermann getauft wurde und zugleich mit ihm in das Kloster eintrat. Der Biograph wird wie so viele andere Hermann seine Geschichte haben erzählen hören. Die Aufzeichnung derselben fällt somit lange nach den Ereignissen. Daß Hermann erst als Abt von Scheda geschrieben hat, wie Reuter annimmt, bezweifle ich, da Hermann selbst seine Uebersiedlung nach Scheda nicht erwähnt. 3s) Ron eniin ea. kaeilitate eonversus 8um, gua inultog -saexe inLäe1e8, 8ive «suÄa.608 81V6 P3.AÄN08) 3.Ä üäera eatnolicam rexeiitina et inoxinata mutatione converti viäeinu8, ut HU08 neri xerLcl08 ä0leda.iuu8, koäie Üäe1e8 et no8tro8 in Gratia 0kri8ti kaet08 eonaereäes Zauäearau8, xraek. x. 806. Aehnlich sagt die vita 6oäeÜ7. a. a. 0. e0nver8i em'm ex inimle^ 5uäaei8 inulti 5a.eti sunt et noäie üunt. ") xraek. MA. 806. ") S. oben S. 4, vgl. N. 38.