Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XXIII (1920)
- Issue
- 1/12 (Januar-Dezember 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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wk ~zo heiraten, kehrt'eigentümlicherweise hier dm im flentfeben öfter* 1) zn findende Motiv wieder* dass der HeM io eine schwere Krankheit, die Liebeskrankheit, verfällt, der ihn nur die Aussicht rettet, den Gegenstand seiner Liehe erlangen zu können. In keinem Zweig der Helenadtchtiingen ißt *sonst die Hede davon. Die Königinmutter zeigt sich bei uns wenig aktiv und weniger gehässig iu ihren Heden als im Vb.: vielleicht auch mit Rücksicht auf den bei den Juden «o stark ausgeprägten Familiensinn, Beim Empfang des gefälschten Briefes spielt im Vb. der Patriarch, Helenen* Oheim, eine wesentliche Rolle; er offenbart׳ auch jetzt schon Helcnens Ab* kunft. Es ist nur konsequent und dem straffen Fortgang der Erzählung förderlich, dass im Jd. diese ganze Rolle aueiäljjt. Unsere Erzählung meldet nicht wie die Quelle, dass neben den Puppen als Ersatz für die zwei Kinder noch eine vor• nehme Dame an Helene» Stelle verbrannt wurde; sie spricht von drei Puppen; ebensowenig erwähnt sie den sonst so viel hervorgehobenen Umstand, dass Helena die Hand abgeschlagen wird. Wäre ja sonst das Wiederansetzen der Haud durch den wunderwirkenden Patriarchen notwendig geworden wieiraVb.; und das konnte der Jude seinen Lesern doch wohl nicht bioten. Auffallend ist, dass bei uns die Kinder der geflüchteten Helena von einem Affen geraubt werden, nicht von Raubtieren wie im Vb. Eiu Raub durch Affen wird auch in einem anderen Volksbuche, dem ״jKaiser Oktavian4 erzählt. Die weitläufigen Untersuchungen betreffs der Schuld der alten Königin sind ausgelassen, ebenso die erneute Flucht Helenes vor ihrem Vater, ihr Aufenthalt bei dem Patriarchen, ihre und ihrer Söhne weitere Irrfahrten. Während im Jd. das gegenseitige Erkennen von Grossvater, Vater und Söhnen bei einem Feste vor sich geht, das der Graf, der seiner Zeit die Kinder gerettet hat, anlässlich ihres 13. Geburtstages veranstaltet, findet im Vb. die Begegnung beim Bischof von Tours ohne derartigen Anlass statt. So ist im Jd. die Handlung der Quellenerzählung beträchtlich vereinfacht und gekürzt. Von irgend welcher Kunst der Darstellung kann nicht die Rede sein. Atemloser als im Vb. eilt die Darstellung dahin, da alle Ruhepunkte fehlen. Die Dialoge der Quelle sind nur kurz angedeutet, moralische Reflexionen und allgemeine Lebensbetrachtungen unterbleiben ganz. J) vgl. die Erzählungen ״Spanische Heiden11 Oßenbach 1717 *Die ewige Liebschaft“ 8. a.