Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XXIII (1920)
- Issue
- 1/12 (Januar-Dezember 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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34 kommen drei Erzählungen in Betracht: Mai und Beafiorx)f Hans von Bühel ״Körägztocldcr von Frankreichr* 2) und der Prosa״ romaxi ״Eine schone anmcthjge und!eseuswurdige Hjstorie von der geduldigen Helena, Tochter de« Kaisers Antonii, welche in aller Gedult so viele Drangsalen und Widerwärtigkeiten mit höchster Leidsainkcit und Stärke, sowohl bey Ilof als in ihrer zwey und zwanzigjährigen Wanderschaft ausgestanden• Allen Weibspersonen zum Beispiel denen curiösen Liebhabern aber zum Schrecken in Druck gegeben“.3) Der der jüdisch-deutschen Prosaerzählung mit dem als Volksbuch bekannten Prosaroman gemeinsame Titelname Helene lässt darauf schliesseu, dass beide in näherem Verhäitnisse zu einander stehen. Eine genauere Vergleichung ergibt die Richtigkeit dieser Vermutung; weder eine deutsche noch eine ausländische Version zeigt so weitgehende Aehnlichkeit mit unserem Büchlein wie das Volksbuch. Es seien die wesentlichen Abweichungen von diesem, das wir als seine Quelle bezeichnen dürfen, angegeben. Da ist zunächst das für die zahlreichen zum Kreise der Helena-Dichtungen gehörigen Erzählungen charakteristische Motiv — das nur ausnahmsweise abgeändert4 *; ist — die Heirat der eigenen Tochter, vom jüdischen Bearbeiter weggelassen; natürlich auch die Verhandlung mit dem Patriarchen wegen der Erlaubnis zur Heirat. Es zeigt sich hier wie öfters im jüdisch-deutschen Schrifttum eine Scheu, sittlich Anstössiges zu berichten.6) Auslassungen wie die Beihilfe der Kammerfrau zur Flucht Helenens aus der Heimat, ihre Ankunft in Flauderu, die Abenteuer mit den Seeräubern mögen sich aus dem Bestreben erklären, die Handlung möglichst zu vereinfachen. Durch diese Verkürzungen fällt gleich anfangs etwa ein Fünftel des ganzen Volksbuches aus. Wie der jüdische Bearbeiter das kurz ersetzt, ist oben angeführt worden. Während im Volksbuch der König von England die gestrandete Prinzessin auf״ findet, ihre vornehme Abkunft vermutet und ihr bald verspricht, *) herausgeg. v. F. Pfeiffer. Leipzig 1S4S. 2) heransgeg. v. Th. Merzdort, Oldenburg 1867; vgl. Strassburger Studien III, 18*8; Germania Bd. 36, 1891.;י) Gedruckt in Köln u Nürnberg; mir liegt eine wahrscheinlich Frankfurter Ausgaibo t der Frankf. Stadtbibliothek ohne Jahr und Ort vor. Neu* gedruckt in Simrock *Deutsche Volksbücher“ Bd. X,. 4) im Pecorgne sowie in Trivets ״Chronigue anglo~normande*t der Quelle von Gowers Confessio amantis und Cbaucer« Constance Erzählung in den 9Canterburg Tales*. b) ▼gl• ״Artushof“. Zeitschrift für kebr. Bibliogr. 1904, p. 185.