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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1920-01-01 · 1/12 (Januar-Dezember 1920) · p. Seite 36

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XXIII (1920)
Issue
1/12 (Januar-Dezember 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 36 (sequence 36)
Language
German
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36 Der Verfasser sucht sich wie seine Quelle gewählt aussudrücken; daher bevorzugt er Fremdwörter: logieren, korrespondieren, resolvieren, passieren, möblieren, regieren, illuminieren, accurat, Ministerium, Comödie, Traktament, sie kann keine lvondizion bekommen. Dadurch verleiht er der Erzählung eine moderne Färbung, die ihr nicht zum Vorteil gereicht; ebenso durch Wendungen wie: Meiue Herren, Sie ,werden verzeihen, dass ich mir die Dreistigkeit nehme wenn Sie wollten den Ball mit beiwohnen, so wäre es eine grosse Ehre für mich — sowie durch die allgemeine Anrede mit Sie. Was die Sprache im übrigen augeht, so geben die oben citierten Stellen eine Probe. Es sind nur wenige alte Wortformen zu finden wie etwa eraus, erein, erunter, mir—wir, sein— sind, au ein Kelim sticken, Ungeduld — Unfähigkeit des Ertragens, Wort geben-^Einverständnis erklären; öfters alte Konstruktionen und Kasusverschiebungen: Verben mit ungewöhnlichem Dativ der Person z. B. sehen, rufen, abschicken, fragen, überfallen; dagegen es gefiel sie, deu Ball beiwohnen. Alle Präpositionen haben den Accusativ nach sich: mit alle Ehren, mit gute Ordnung, zu eine Stadt, samt die Prinzen, vor andere Herren, von sieusw. Ist die ״Prinzessin Helene“ nun als jüdische Erzählung zu bezeichnen? Wir finden kein hebräisches Wort, keinen jüdischen Brauch, kein jüdisches Moralisieren. Vielleicht darf man daran denken, dass der Verfasser das Fest, das der Graf zu Ehren der Jungen gab, im Hinblick auf die jüdische Barmitzwohfeier (Konfirmation) gerade am 13. Geburtstage stattfinden liess — jüdischer Sitte zulieb. Dass sonst den Verlasser hie und da gewisse Rücksichten auf die religiöse Anschauung und das moralische Fmpfinden seiner Leser geleitet haben mögen, ist bereits erwähnt. Von einem jüdischen Charakter der Historie lässt sich aber nicht reden. Posteslons (1487 [i486]) Eino neue, hebräische Inkunabel beschrieben ton Carlo fternhehuer (Livorno). Während, meines dreijährigen Militärdienstes hatte ich Gelegenheit einig©. Zeit in Pesaro zu verweilen. Wie es meine Gewohnheit ist, suchte ich sehr bald die dortige Stadtbibliothek auf,^ die nach dem Namen des Gründers genannte Biblioteca 01 i v e r i a n a. Ich hoffte daselbst mehreres aus der ruhmreichen Epoche des Gerschom Soncino zu finden, der wie bekannt von

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