Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XXIII (1920)
- Issue
- 1/12 (Januar-Dezember 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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33 bis der Schneider sie in einen Kasten sperrt; er resoluviert sich aber, und um der Belohnung willen macht er Anzeige. Mannschaften laden nun den Kasten auf, und ira Palaste 'wird Helene herausgeholt. Da sie ob der durch ihre Schuld vorlorenen Kinder jammert, bringt inan ihr diese samt den silbernen Büchschen. ״Dann gab sie sich wieder zufrieden“. •־— Der Graf liess sodann Helene waschen und reinigen. Es folgen Lustbarkeiten, aufm Abend wurd eine hübsche Komödie auf geführt das Schloss wurde Unliniert (illuminiert.). Daun reisen Prinz und; König, nachdem sie den Grafen reichlich beschenkt, mit Helene und den Kindern in die Heimat.. Die Königinmutter muss nun ihre Untat mit dem Feuertod büsscu, der schuldige Kurier wird gevierteilt. Ilclencns Mutter wird auch geholt, und unter vielen Lustbarkeiten schwören alle Landstitnde dem Prinzen, der die Regierung soiner Länder und der des Schwiegervaters über• nimmt, ewige Treue. Er regiort lange Jahre, Überlebt seine Schwiegereltern und erlebt Kindeskinder. Wir haben es in vorliegender Erzählung mit einer späten Bearbeitung der weitverbreiteten Erzählung von der geduldigen Prinzessin Helene zu tun; der Stoff findet sich in zahlreichen europäischen Literaturen.ז) Neben den weiterhin za nennenden deutschen Bearbeitungen sind vor allem zu erwähnen: der französische aus dem 13. Jahrhundert stammende Roman in Alexandrinern Belle Helene de Constantinople, la ManeTdne von ‘Philippe de Remi, Sire de Beaumanoir'), die französische Prosaauflösung des Wauquelin2); der englische Emare') und des Giovanni Fiorentiuo Erzählung in der• Novellensammlung »11 Pecoronea. Aehnliche Stoffe leben auch heute noch in zahlreichen Volksmärchen fort; nicht nur in allen Gegenden Europas, sondern selbst bei den Arabern4)* * Tartaren und Suahelis.״) Es ist nicht zu verwundern, dass ein so beliebter Stoff auch in das Jüdisch-deutsche eingedrungen ist. Er kann allerdings nicht recht volkstümlich gewesen sein, sonst müssten sich mehr Spuren von ihm finden. Dass eine deutsche Bearbeitung die Quelle ist, ist von vornherein anzunehmen. Als solche 1) Sociätö des Anciens Textes fran^ais. 31. ״Oeuvres de Beaumanoir* par H. Suchier Vol. I p. XXV.• *) ib. p. 265. s) Ritson ״Ancient English Metrical Romances; London, 1802. ־*) Weii, G. Tausend und eine .*Nacht 1872. IV 4L 6) Romania X 550. 8