Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1920-01-01 · 1/12 (Januar-Dezember 1920) · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XXIII (1920)
Issue
1/12 (Januar-Dezember 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2254995-7599529-7600272--4170-2258990
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Willen. Sie verlässt erzürnt den Palast Der Prinz genest und heiratet Helene, muss aber bald in den Krieg ziehen. Er gibt seiner Frau zuvor sein Petschaft und erklärt, er werde sich genau dasselbe stechen lassen, damit sie korrespondieren könnten, ohne dass ein anderer unbemerkt die Briefe lese• -־ Nach eiuigcn Monaten bekam Helene Zwillinge; sie teilt das ihrem Gemahl in einem mit dem Petschaft versiegelten Brief mit. Ein Kurier befördert ihn; er kommt am Schlosse der Königinmütter vorbei; diese überredet ihn, 14 Tage zu verweilen und ihr den Brief $0 lange zu geben. Sie lässt ein Petschaft genau nach dem Siegel!!erstellen, vernichtet den Brief, schreibt einen andern, in dem sie in Helenes Schrift mittei.lt, sie habe zwei junge Hunde geboren und bitte darum um Gnade. Obwohl der Brief so wie der erste versiegelt ist, glaubt der Prinz nach Empfang der Nachricht alsbald an falsches Spiel, da er meint, eine solche Nachricht hätte Helene ihm nicht selber gesandt. Er schreibt ihr zurück, er wolle sie noch mehr lieben, vertraut aber das Schreiben demselben Kurier an. Der liefert es wieder der Königin ab. Diese schreibt einen neuen Brief an das Ministerium ״gleich als wem! es der Prinz geschrieben hätte mit dem Befehl dass man gleich Helene mitsamt die junge Prinzen verbrennen soll“. Den Brief versiegelt eie wieder mit dem gefälschten Petschaft. — Die Minister gehorchen; Ilelene bittet, als mau das Urteil verkündet, um Gnade und schlägt vor, sie wolle drei Wachspuppeu machen, die accurat so aussehen wie sie und die Kinder; die sollten öffentlich verbrannt werden, sie selbst wolle lur immer die Stadt meiden. ״Der Itat gefiel sie, sie sprachen Gott sei viel tausendmal gedankt dass er ihnen diesen Gedanken gegeben hat, sie müssen sich aber nächtlicherweis aus der Stadt entfernen, dass ihnen keiner gewahr wird, sonst haben mir alle den Tod verschuld, 6ie antwort dafür lassen sie mich sorgen*4. Einige Tage nachher werden die Wachspuppen unter grossem Jammer der Bevölkerung verbrannt. Ilelene selber hat mit ihren Kindern die Stadt verlassen, nachdem sie au jedem der beiden Knaben mit rotseidenem Faden ein mit ihrem Petschaft versiegeltes silbernes Büchseheu befestigt hat, das die Lebensgeschichte der Mutter enthält, aber erst geöffnet werden darf, wenn die Kinder 13 Jahre alt werden. — Nach tagelangem Wandern im Wald liegt einst Helene schlafend am Boden, da raubt ein Affe die Prinzen. Ein zufällig vorbeikommender Graf nimmt die Kinder, ״da der Affe gerade weg ist, um etwas Lebensmittel für sie zu schaffen“, aus Mitleid mit, erzieht sie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.