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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1917-07-01 · 4/6 (Juli-Dezember 1917) · p. Seite 63

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XX (1917)
Issue
4/6 (Juli-Dezember 1917)
Date
1917-07-01
Page
Seite 63 (sequence 15)
Language
German
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63 Lehr- und inhaltsreich ist die Abhandlung Jakob Guttmanns über ״die Beziehungen der Religionsphilosophie des Maimonides zu den Lehren seiner Vorgänger“ (S. 198—242), wovon der wesentliche Inhalt des ersten Stückes über das Verhältnis des M. zu Saadja schon früher in d. Lewy-Festschrift und der des letzten Stückes über die Be- Ziehungen der maimonidischeri Religionsphilosophie zu der des Abraham ihn Daud schon in der Cohen-Festsehrift erschienen ist. Guttmann macht darauf aufmerksam, dass während M. in seinem Führer mehrere Araber bei Namen nennt, er keinen einzigen von seinen jüdischen Vorgängern namentlich erwähnt, trotzdem er sie benutzt und unter ihrem Einflüsse gestanden hat. Es entspricht dies einer allgemein angenommenen Sitte. Guttmann sucht nun die jüdischen Quellen des Maim. aufzudecken und fühlt, der Reihe nach, vor: Saadja, Gabirol, Bachja ihn Pakuda, Abraham b. Chija, Joseph ibn Zaddik, Jehudä Hallewi, Abraham ibn Ezra und Abraham ibn Daud (vgl auch Münz, S. 168. n. 1). Dass viele Ansichten Saadjas sich im More Anden, darauf hat schon Abravanel aufmerksam gemacht und das richtige getroffen. Doch stand M. ebenso unter dem Einfluss von Saadjas Bibel- Übersetzung (s. Bacher, Die Bibelexegese Moses Maimunis 172), aber im allgemeinen verhält er sich Saadja gegenüber ablehnend und zwar wegen der bei diesem enthaltenen mutazilitischen Elemente. Auch Gabirol übte keinen grossen Einfluss auf M. aus Am meisten Ueberein- Stimmungen findet man, was ganz natürlich ist, mit den Ansichten Abraham ibn Dauds, des ersten jüdischen Aristotelikers. — Ueber die am Schluss des dritten• Abschnittes des Emunot enthaltenen zwölf Fragen (S. 208, vgl. auch S. 210t vgl. jetzt meine Edition der תשובות רב סעדיה גאון על שאלות חיוי הבלכי S. 12—18. Bei Jehuda I-Iallewi wäre noch das von M. im Namen des בעל השיר zitierte Gedicht לו את אבותיו ידעו אז אמרו היא מעלה מאב אל הבן נוסעת zu erwähnen (s. ob.). Baneth, der bereits durch seine Uebersetzung und Bearbeitung von M ’s Kiddusch ha־Chodesch als gediegener Kenner dieser Materie sich gezeigt hat, schildert hier Maimonides als Chronologen und Astronomen (S. 248—279). Nach Baneth besteht hier die Bedeutung M’.s darin, dass er den kürzesten Weg gezeigt hat, auf dem man die Daten des jüdischen und des julianischen Kalenders ineinander umrechnen kann, dass er ferner der erste war, der die Länge des tropischen Jahres genau bestimmt hat, und dass er endlich der einzige gewesen ist, der das Verfahren beschrieben hat, das ׳man befolgen muss, um die schwierige Frage zu beantworten, ob an einem bestimmten Abend der neue Mond schon sichtbar sein wird. Baneth gibt nun eine Darstellung der Grund- Sätze des jüdischen Kalenders und der Berechnung der Frühlings-Tekufa nach M. und geht alle drei oben genannte Probleme durch. Doch scheint er hier die Bedeutung M’.s etwas übertrieben zu haben, wie aus einer in dieser Zeitschiift zu erscheinenden Besprechung Bornsteins, auf die ich schon jetzt verweise, folgen wird. Ein zweiter Beitrag Bachers handelt über den sprachlichen Charakter des Mischne Tora (S. 280—805). Ueber denselben Gegenstand hat Bacher schon in s. Schrift ״Aus dem Wörterbuehe Tanchum Jeruschalmis“ ausführliche Mitteilungen und Erörterungen geboten und u. A. ein Glossar der von M. geschaffenen oder ihm eigentümlichen hebr. Ausdrücke gegeben, dann auch die im MischneTora vorhandenen Beispiele des biblischen Musivstils und der von ihm angewandten synonymischen Ausdrucksweise Äusammengeatellt. Hier erhalten wir nun die zwei letzten Kategorien vonBeispielen vollständig, sowie Ergänzungen zum genannten

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