Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XX (1917)
- Issue
- 4/6 (Juli-Dezember 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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62 - Gewissennassen einen Anhang zu der Darstellung Eppensteins bildet der Beitrag des inzwischen leider verstorbenen Berliner u. d. T. ״Zur Ehrenrettung des Maimonides“ (S.1(180-^-4י). Es handelt sich um die Beschuldigung M’.s., dass er zur Zeit der Gefahr äusserlich zum Islam übergetreten sei. Berliner macht darauf aufmerksam, dass diese Legende zuerst von Basnage nach Abulfarag erwähnt wurde, von jüdischen Gelehrten aber hat sie zuerst Munk in s. Notice sur Joseph b. Jehouda (1842) nach al-Kifti verbreitet, gegen den als erster Lebrecht im Magazin f. d. Liter, d. Auslandes 1844 aufgetreten ist. Berliner druckt hier nochmals den schwer zugänglichen Artikel Lebrechts ab, sammelt das ganze hierher gehörige Material und weist in abschliessender Weise die Nichtigkeit dieser Legende nach. Trotzdem spuckt sie noch da und hier in jüdischen Werken wie aus meiner Notiz in 1918) 28 השלח), 96 zu ersehen ist. Zur Literatur über diesen Gegenstand sind noch meine Bemerkungen in MGWJ 49, 58 u.. in Geigers 388 קבוצת מאמרים nachzutragen. Aus dem Nachlasse des unvergesslichen Bacher, eines der Mitherausgeber des Werkes, haben wir hier zwei wertvclle Beiträge. Der eine davon folgt auf den Berliners und hat zum Thema ״Die Agada in Maimunis Werken“ (S. 181—197). Er enthält einen Nachweis der in diesen Werken verwerteten und erklärten Agadasätzen und zwar in folgender Reihenfolge: Mischna-Komm., Mischne-Tora, Führer der Verirrten und kleine Schriften. Beim Mischne Tora sind auch die in ihm enthaltenen homiletischen Elemente berücksichtigt und in entsprechender Weise dargestellt. Bacher gelangt dabei zu dem Resultat, dass Maimonides meistens die Agada des babyl. Talmuds benutzt hat, weniger die Midraschim, die besonders im Führer zur Geltung kommen, dann, dass unbekannte Midraschim in seinen Werken nicht zu finden sind (doch-vgl. S. 184, n. 6). Maim. hatte auch bekanntlich die Absicht ein כתאב תאויל אלדרשות zu verfassen, wovon er aber später Abstand nahm, wie aber Bacher mit Recht bemerkt (S. 136 ff.) dürfte z. B. die Erklärung des Agadasatzes אין לו להקב״ה אלא ד׳ אמות של הלכה in der Einleitung zum Mischna-Komm. ein Spezimen jenes geplanten. Werkes sein. Bemerken will ich noch, dass die Aufzählung der Traditionsträger in der Einleitung zum Mischne-Tora (s. S. 145, n. 2) auf wahrscheinlich Nissims verlorengegangenes סדר מקבלי התורה basiert («.mein אנשי קירואן S. 38) * 1). Zu den 24 Dingen, welche die Reue hindern, dieM. (1 ,4 ה, תשובה) Alfasi entnommen und die auch als Baraitha aus dem Talmud angeführt werden (אמרו רבותינו ז״ל ,תנו רבנן, s. S. 159, n. 9) s. das Responsum M’.s in Kobez I, nr. 19, wo es heisst: זה הענין אינו בתלמוד ולא בתוספתא ולא בספרי בי אס יסדוה האחרונים אבל לא ידעתי אל מי מקדושים וכר (vgl. auch Brüll, Jahrbücher II, 127). das מאמר היחוד, dessen Authentie doch keinem Zweifel unterliegt. Unter dem von Salomo Algasi zitierten סדר עולם des M. ist wohl dessen Vorrede zum Mischna-Komm. gemeint, s. Benjacob, s. v. 1j Dass etwa der Eingang des סדר תו״א auf M. Einfluss ausgeßbt hätte .wie B. vermutet, glaube ich nicht, da hier z. B. alle Richter aufgezählt sind (s. Frankel-Festschrift S. 27; Lewy-Festschrift-, hebr. Abt. S. 169; vgl. auch Med. Jew. Chr. 1164, II 245), was bei M nicht der Fall ist. Dagegen ist.es interessant, dass die Traditionskette der späteren Karäer (דד מירכי ed. Wien fol. 11a; ארח צדיקים fol. 20 b) mit der im סדר תו״א viele Aehnlichkeit hat. Näheres darüber in einem anderen Zusammenhang.