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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1916-01-01 · 1/3 (Januar-Juni 1916) · p. Seite 12

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XIX (1916)
Issue
1/3 (Januar-Juni 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 falls lag es infolge dieser engeren Beziehungen des Tohoroikomm. zu. den Schriften des grossen suranischen Gaons recht nahe, dass der Glossator einmal seiner Anschauung, dass Saadia der Verfasser gewesen sei, Ausdruck gegeben hat. Muss jedoch aus anderen Gründen von der Auiorsehaft Saadias abgesehen werden, so kann jedenfalls nur die Zeit kurz nach der Wirksamkeit dieses Gaons in Betracht kommen, da die letzte in’ dem Werk zitierte Autorität, allerdings auch die einzige, Nachschön von Sura ist (gest. 882). — In dem Abschnitt, der ‘der Charakteristik des Komm, gewidmet ist, geht Epstein auf die Eigentümlichkeit desselben, seine Art der lexikalischen Bearbeitung näher ein, weist auf die umfassenden Sprachkenntnisse des Yerf. hin, der, ausser dem Syrischen und Arab., auch das Griechische gut kennt, ferner auf die reiche* mitunter kunstvolle Sprache des Verfassers, der auch für die Realien im Talmud viel bedeutsamer Material liefert. Aus dem sprachlichen Material glaubt nun E. schliessen zu können, dass der Kommentator ein suranischer Gelehrter war, der sich jedoch einige Zeit in Palästina aufgehalten hat, wo er Gelegenheit fand, sich näher mit dem Jeruschalmi und palästinensischen Gebräuchen bekannt zu machen, aber auch dort vorhandene Glossare,/ in denen auch das Griechische, das ja ehemals dort und in Egypten gesprochen wurde, zur Wiedergabe der Bedeutungen herangezogen worden war, kennen zu lernen; solche Erklärungen hat dann der Verfasser wörtlich aufgenommen. Epstein weist auf derartige Glossare, die sich in manchen Papyri finden, besonders aber auf das von Popadopulcs-Kerameus in der Harkavyfest- Schrift veröffentlichte Fragment eines griechischen Mischnavokabulars hiD, das im 6. oder 7. Jahrhundert entständen sein soll. — Aus diesen Ausführungen Epsteins würden wir auch einen Einblick in die literarische Tätigkeit Palästinas und des ihm nahestehenden' Egyptens vom 6. bis Ende des 9 Jahrhunderts gewinnen, die uns sonst als eine fast gänzliche terra incognita auf halachischem Gebiete gelten. — Sehr interessant ist auch. der Nachweis Epsteins, dass eine grössere Zahl von Lesarten und Varianten des Kommentators direkt auf die Mitteilungen der sogen. Tannaim oder משנים , der Mischna- und Baraitharezitatoren, zurckgehen, die wir uns nicht als bloss mechanische Hersager der Texte zu denken, haben, sondern auch als Ueberlieferer von richtigen, alten Erklärungen. — Besonders lehrreich sind die Ausführungen Epsteins über das Linguistische des Kommentares, die als wesentliche Bereicherung der Geschichte der talmud.' Lexikographie betrachtet werden können, so; was er über das Arabische und Syrische jener Zeit uns zu berichten •weiss, besonders über die Kenntnis dieses letzteren Idioms noch in der späfcgeonäischen Zeit. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn wir behaupten, dass der betreffende Teil des Werkes spez. für das syr. Lexikon sehr wertvoll ist. — Bei den Ausführungen über die Benutzer des Komm, ist besonders wichtig, was E. betreffs des Gebrauchs, den der Verfasser des ערוך von. jenem machte, zu sägen hat, indem dieser, der übrigens die Schrift fast, wörtlich ־ausschreibt,’ die arabischen Erläuterungen zumeist, und die persischen Deutungen ständjg weggelassen hat, .und ferner der Nachweis, dass — entgegen der Ansicht Frankels — auch Maimuni das Werk gekannt und sich seiner bedient hat. — Sehr lehrreich sind auch die Bemerkungen Epsteins über die im Komm, sich findenden Glossen, die er mit seiner philologischen Treffsicherheit von dem eigentlichen Werk des Verfassers zu scheiden weiss. Da dieser spätere Glossator sich des Arabischen upd Griechischen bedient, aber auch Bekanntschaft mit dem

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