Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XIX (1916)
- Issue
- 1/3 (Januar-Juni 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2254995-7599524-7600254--3683-2258523- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
das vorliegende Fragment, das 73 solcher Strophen enthält, voll au( bestätigt Dabei erfahren wir, dass auch Hiwi seine Einwände1) in Reimen verfasst hat (s. Strophe 61: גם השיאוך חרוזים), aber in nichthebräischer Sprache (s. Str. 87: דבה הוצאת וצרחת בח לפני נכר), am wahrscheinlichsten in arabischer. Saadja aber konnte ihm nicht, wie wir jetzt wissen, in dieser Sprache antworten. —י• Dass nun das vorliegende Fragment ein Werk Saadjas ist, folgt daraus, dass es als Akrostichon das .Alphabet in gerader (אבג״ד) und umgekehrter (תשר״ק) Reihenfolge hat, und,, darin eingestreut, den Namen des Verfasser» (,שעיר בן יוסף שעיר אלוף und ..סעיד ראש כל, d h. ראש כלה), woraus sich zugleich ergibt, dass, wie ich . nacbgewiesen, der Titel ראש כלה אלוף Saadja eigen war und nicht dessen Vater, wie manche behaupteten (8. mein ענינים שינים, p. 62, nr. 17), dann dass Saadja diese Polemik vor seiner Ernennung zum öaon, d. h. vor 928, verfasst hat (so schon Graetz). Dass sie aber gegen Hiwi gerichtet ist, ergibt sich vor allem daraus, dass zwei Einwände, auf die hier geantwortet wird, mit solchen, die anderweitig als von Hiwi herrührend' bekannt sind, zwar nicht vollkommen identisch (wie D. p. 83 behauptet), aber sehr nahe verwandt sind. Die eine ist die aus Anlass der von Noe dargebrachten Opfer gestellte Frage: wieso Gott an Fett und Blot Wohlgefallen finden kann (Str. 28: ושאלת על חלב ודם איך נרצו כמרקחת), was nun als Teil einer im allgemeinen auf Gottesdienst und Opferkuit sich beziehenden Kritik Hiwis (bei mir nr. 6) sich erweist. Der zweite Einwand ist inbezug* auf Abraham gestellt und fragt hier Hiwi, wieso Gott sich einen einzigen Menschen zum Eigentum wählen kann und die übrigen gleichsam den Engeln ausliefern (Str. 30—40), was wiederum eine Variante von nr. 9 bei mir ist־, wo aber das Objekt der Frage nicht einzelne Personen, sondern Israel und die Völker sind und wo Hiwi sich nicht an Gen. 12, lff., sondern hauptsächlich an Deut. 3*2,9 angelehnt hat (die auch von D., p. 96, angeführte Qaelle für diese Frage lautet: ומגן חיוי אלבלכי ל£נר. אללה פי ה1א אלפסוק ומא אשבהה פקאל אלך־). Aber auch die übrigen Einwände, auf die in unserem Fragment geantWörter wird, sind ganz im Geiste Hiwis gehalten und seinem System und Gedankengang angepasst. . Dass' sie aber anderweitig nicht bek&nnt sind, ist der reine Zufall, denn unser Fragment erstreckt sich auf Gen. 3,22—37,34, während die bisher bekannten zwei Einwände, die sich auf die Genesis beziehen, sich an 1,2 und 3,9 anlehnen (s. meine Studie, nr. 1—2). Alle Einwände Hiwis betrugen bekanntlich 200 und davon wird hier, wie D. (p. 23—25) nach weist, auf 31 geantwortet, was etwas weniger als V# des ganzen ausmacht (so dass die vollständige Polemik Saadjas etwa 470 Strophen enthalten hat). Die Zahl 31 ist nun richtig, nur müssen die ersten 14 ein wenig anders geordnet werden. So ist Frage 1 bei D. (Strophe 1—4) in zwei zu zerlegen. Str. 1 bildet den Schluss einer auf Gen. 3, 22 sich beziehenden Frage, nämlich die, warum es Gott nicht wollte, dass Adam vom Lebensbaum essen sollte (so dass die p. 80 angeführte Stelle aus dem Shikand Gümäuik Wijär, wo vom Baume der Erkenntnis die Rede ist, damit nicht zü tun hat), während Sir. 2—4 sich auf 3,24 beziehen, aus dem Hiwi den Schluss zog, dass Gott sich vor Adam fürchtete, ׳*) Den Titel dieser Einwände kennen wir nicht. Das hebr. טענות (s. vorhergehende Anm.) entspricht nicht ganz genau dem arab. מסאיל, das sich bei Kirkisäni findet (8. D., p. 82) und das auch D. an die Spitze seiner Edition (שאלות, p. 38) gesetzt hat.