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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1913-07-01 · 4/5 (Juli-Oktober 1913) · p. Seite 104

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XVI (1913)
Issue
4/5 (Juli-Oktober 1913)
Date
1913-07-01
Page
Seite 104 (sequence 4)
Language
German
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104 sind dieselben nach unserem Dafürhalten keineswegs beweiskräftig genug. So bat man das Gleichnis von dem Kinde bei Bacbja S. 235 mit Gazäli מאזני צדק ed. Goldenthal p. 13 verglichen. Allein der Gedanke ist so naheliegend, dass man hier an eine Entlehnung nicht za denken braucht. Schon Horaz spricht von dem Elementarlehrer, der dem Kinde Naschzeug verspricht, und macht daraus die Nutzanwendung, dass man zuweilen mit den Erwachsenen ebenso verfahren muss. Das Gleichnis liegt also keineswegs fern. Ebenso sind andere Parallelen nicht schlagend genug. Hingegen glaubt der Herausgeber einen entschiedenen Beweis ffir die Abhängigkeit Bachja’s von Gazäli gefunden zu haben in mehreren Stellen bei Bachja, die wörtlich mit Ausführungen Gazäli’s in seiner Schrift Al-Hikmä übereinstimmen. Allein, während der Herausgeber in den Prolegomena seiner Sache ganz gewiss zu sein scheint, schwächt er in der Einleitung zur Edition seine Behauptung wesentlich ab. Er möchte die Abhängigkeit Bachjas vonAl-Gazäli nach den Erfahrungen und Beobachtungen die er inzwischen im Verhältnis Bachjas zu anderen mohammedanischen Autoren gemacht hat, nicht mehr mit solcher Bestimmtheit wie in den Proleg. behaupten, er möchte sie aber auch nicht von der Hand weisen, solange nicht eine ältere Quelle für beide Autoren sicher nacbgewiesen ist (S. 64). Bei der Stelle, die Yahuda mitteilt, handelt es sich um den Gedanken, dass wir die Weisheit Gottes in dem wunderbaren Bau des menschlichen Körpers erkennen können. Der Gedanke an sich ist nun allerdings ausserordentlich geläufig und wir stossen unzählige Mal auf denselben, aber die wörtliche Ueberein- Stimmung in der Beschreibung der einzelnen Organen lässt zunächst nur den Gedanken aufkommen, dass bei Bachja eine Entlehnung vorliegt. Andererseits ist zu erwägen, dass der Inhalt jener Betrachtungen, die genaue Beschreibung der Funktion der einzelnen Organen sicherlich aus medicinischen Schriften stammt; was bürgt also dafür, dass nicht beide, Gazäli und Bachja, aus einer gemeinsamen Quelle geschöpft haben? Yahuda weist noch auf andere Parallelen im Buche Al-Hikma hin, die er jedoch nicht in extenso mitteilt, und da uns das Buch nicht vorliegt, so müssen wir uns eines Urteils enthalten. Jedenfalls bedarf dieser Punkt noch einer genauem Prüfung, da der Herausgeber selbst in seine Beweise kein volles Vertrauen setzt. Was die sonstigen Quellen Bachjas, abgesehen von Gazäli, .betrifft, so weist der Herausgeber für viele Aussprüche und Gleichnisse, die Bachja anonym anführt, die nächste Quelle nach. Der Herausgeber entwickelt hierbei eine grosse Belesenheit in der einschlägigen Literatur, und dieser Teil seiner Ausführungen ist besonders wertvoll. Doch lässt sich aus diesem Nachweis nur ersehen, in wieweit Bachja mit der arabischen Literatur vertraut, nicht aber in wie weit Bachja wirklich von fremden Anschauungen beeinflusst war. Denn es handelt sich bei diesen Citaten lediglich um eine Ausschmückung solcher Gedanken, die Bachja zanächst im jüdischen Schrifttum, in Bibel und Talmud, gefunden zu haben glaubt. Mit Stillschweigen werden übergangen die Quellen zu dem allein streng philosophisch gehaltenen Teil des ganzen Baches, zu dem ersten Abschnitt über die Einheit. Ueber die Handschriften, die dem Text zu Grunde liegen und von den Grundsätzen, nach denen er bei der Herstellung, des Textes verfährt, handelt der Herausgeber in den Prolegomena und in der Einleitung 1—15. Nicht klargestellt ist, wie es sich mit den längeren Varianten der Handschrift P. zum ersten Absch. verhält. Die Bemerkung, dass ״Recen&ion P. vermutlich einem Autor zuzuschreiben sei, der Bachja in Einklang mit anderen arabischen

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