Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XVI (1913)
- Issue
- 4/5 (Juli-Oktober 1913)
- Date
- 1913-07-01
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- iöä Sinnen ansieht, da diese Lehre in allen ihren Einzelheiten bereits hei Alfarabi sich findet (vgl. Alfarabis philos. Abhand. ed. Diet. S. 74). Wenn also Bachja in seinen Bezeichnungen für die fünf inneren Sinne T0n der Terminologie lbn Sinas abweicht, so lässt sich daraus nichts auf seine Lebenszeit schliessen. Han könnte mit demselben Hechte folgern, dass Bachja den Alfarabi nicht kannte. Eben so verhält es sich mit der Lehre von dem Notwendigexistierenden, die gleichfalls bereits bei Alfarabi sich findet, wie Kaufmann selbst S. 9 bemerkt, und wenn er dann hinzufügt, dass gleichwohl diese Lehre erst von lbn Bina ihre Ausbildung und Entwicklung erfahren hat, so ist nicht recht klar, was damit gesagt sein soll. Im Zusamenhange mit dieser Beweisführung Kaufmanns steht seine Behauptung, (S. 20) Bachja habe die aristotelischen Schriften schwerlich gekannt, die von Bachja angeführten Aussprüche des Aristoteles seien wahrscheinlich apokryphen Schriften entnommen, und es lasse sich nicht mit Sicherheit behaupten, dass Bachja aus Aristoteles selber geschöpft habe. Zu solchen Zweifeln liegt nach unseren Dafürhalten gar kein Grund vor. Es sei hingewiesen, auf den im Namen des Philosophen schlechthin angeführten Ausspruch, man dürfe nicht für jedes Gebiet des Wissens die gleiche Art der Beweisführung fordern, ed. Jell. S. 28(arab. Text bei Jahuda S. 25. 17): כמו שאמר הפילוסוף אין ראוי שנבקש בהשגת בל מחקי המצאה שהיא על דרך המופת כי אין כל מחקר שכלי נמצא במופת ולא שנבקש בחכמת השמוש הדבר המספיק ולא בחכמת האלהות להרגיש ולהששיל ולא בתחלת החכמה היצורית מופת ולא בראשית המופת מופת. Dies ist eine wörtliche Anführung aus Metaph. 995 a 6 ff., und allem Anscheine nach aus der Quelle selbst geschöpft. Das Gleiche gilt von dem Ausspruche S. 63 (arab. Text, S. 58 Z. 7) ואמר ארסטו בספרו בענין היחוד אין מוב ברבות הראשים אך הראש האחד. Hier ist unter בספרו Metaph. 1076 a 3 gemeint, wo Aristoteles den Ausspruch Homers in dem von Bachja angegebenen Sinne verwendet1)• Aber auch abgesehen von der Unrichtigkeit der Prämissen, ist der Schluss nicht zutreffend. Die Beweisführung Kaufmanns reduziert sich darauf, dass Bachja, weil er den Neuplatonikern beizuzählen ist, nicht lange nach lbn Sina geschrieben haben kann. Aber auch Josef lbn S&ddik ist zu den Neuplatonikern zu rechnen, und man könnte mit demselben Rechte folgern, dass er um ein Jahrhundert früher gelebt haben muss. Der Versuch Kaufmanns, die Lebenszeit Bachjas zu ermitteln, ist demnach als verfehlt zu betrachten. Das Richtige hat woht Rapaport gesehen, welcher die Abfassung der Herzenspflichten nicht lange nach Alfasi ansetzt, weil dieser unter den von Bachja in der Einleitung genannten Autoritäten nicht genannt wird, aber andererseits wegen der Schilderung, die Bachja vom Talmudstudium entwirft, auch nicht in eine viel frühere Zeit verlegt. Aus der Darstellung Bachjas gewinnt man den Eindruck, dass das Talmudstudium bereits eine ausserordentliehe Verbreitung gefunden hatte, was für eine so frühe Zeit, wie etwa das Jahr 1045, in welche Kaufmann die Abfassung der Herzenspflichten verlegt, nicht zutrifft. Zu einem gleichen Ergebnis, .wenn auch aus anderen Gründen, gelangt der Herausgeber^ Er jBtützt sich hauptsächlich auf die Annahme einer Beeinflussung Bachjasflurch Gazäli, für die er bestimmte Anhaltspunkte gefunden zu iraben glaubt. Einzelne Anklänge an Gazäli wollten einige schon früher, gefunden haben, doch 1l Demnach ist auch die Bemerkung des Herausgebers S. 68 Aum. 9 zu berichtigen.