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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1911-11-01 · 6 (November-Dezember 1911) · p. Seite 169

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XV (1911)
Issue
6 (November-Dezember 1911)
Date
1911-11-01
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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169 VII, 169—210 fortgesetzten Auszüge ״Aus dem ältesten Protokollbuche der Portugiesisch-Jüdischen Gemeinde in Hamburg״ werden hier weiter fortgesetzt (S. 227—290). Das Archiv dieser Gemeinde ist 1842 ein Raub der Flammen geworden und verschont blieb nur u. A. ein altes, in portugiesischer Sprache geschriebenes Gemeindebuch, das verschiedene Beschlüsse und Nachrichten von 5413 ab enthält und aus dem ein nur durch die Initialen J. C. bezeichneter Herr die genannten Auszüge gemacht, ins Deutsche übersetzt und mit kurzen Anmerkungen versehen hat. Im gegenwärtigen Bande beziehen sich die Auszüge auf die Jahre 6418 - 19 und zeigt sich auch hier an mehreren Stellen die Engherzigkeit den Aschkenasim gegenüber (8. S. 229.267). Interessant ist der Beschluss des Vorstandes, dass an jedem Monat gepredigt werden soll (S. 237), die Verordnung gegen das Hamanklopfen, das auch am Sabbat ״Micamocho“ (d. b. am שכת זכור, wo Jehuda Haleyis מי כמוך rezitiert wurde, was nebenbei gesagt auch die Karäer tun) üblich war (S. 260), das Abweisen der zwei Sendboten (Seluchim) aus Lublin, welche die grossen Drangsale der dortigen Gemeinde schilderten, ״da die augenblicklichen finanziellen Schwierigkeiten unserer Gemeinde darauf znrückzufQbren sind, dass man so häufig helfend eingegriffen hat, wenn es galt Notstände in Polen zu lindem״ (S. 268) und dgl. — Der Vortrag von Salomon Stein über ״Das Buch Koheleth“ (S. 291—317) bietet wenig Neues ״Das ganze Buch des Predigers ist die Beichte eines Mannes . . . der vor allem nicht verschweigt den Zwiespalt seiner Seele, der daraus erwächst, dass es für den Intellekt Probleme giebt, die schlechterdings unlösbar sind, wenn der Mensch nicht seine Zuflucht nimmt zu den Herzenswahrheiten des Glaubens״. Zwei Seelen ringen in ihm: die des nüchternen, vorurteilslosen Philosophen, die zum Pessimismus führt, und die des glaubenstreuen Juden, die ihn optimistisch stimmt, und ״der religiöse Optimismus besiegt den spekulativen Pessimismus״. — Die Abhandlung von B. Lewin u. d. T. ״Zur Charakteristik und Biographie des R. Scherira Gaon״ (S. 318— 354) bildet eine Art Fortsetzung zu der im vorigen Jahrbuch erschienenen Studie über da« bekannte Sendschreiben Scheriras (vgl. dazu meine Besprechung BEJ 61,151) und enthält wie diese eine Fülle interessanter Beobachtungen, besonders über die aus den Responsen Scheriras sich ergebenden Daten zur Beleuchtung seines Charakters. Im Einzelnen ist zu bemerken: S. 319 die Schulhäupter in Palästina haben noch vor dem Tode Hais den Titel Gaon sich beigelegt, s. REJ 48, 152; S. 821 n. 1 das bekannte Responsum שעדי 187 תשובת scheint doch echt zu sein, nur ist es vielleicht interpoliert (s. auch 13,51 החלוץ); S. 322 dass die sieben Reihen nur inPumbadita waren und nicht auch in Sura, ist unbegründet, ebenso unbegründet ist die Behauptung S. 325, dass Sura durch die Bemühungen Scheriras und Hais zurück hergestellt wurde, aus dem S. 326 n. 1 angeführten Worten Samuel b. Chofnis folgt gerade umgekehrt, dass es starke Reibungen gegeben hat (אף כי נעשה שלום גמור וכר, also war früher der Friede gestört), und während man nach dem Tode des Jomtob b. Jakob bemüht war Sura nicht untergehen zu lassen כי היכי דלא לבטל שמה, wird bei Scherira von etwas ähnlichem nach dem Tode Saadjas resp. des Josef b. Jakob, nicht berichtet (vgl. auch mein רב דוסא ברס״ג S. 6), die S. 326 n. 3 angeführten Worte aber .... גלסו פי דאד ראם מתיבה סורא ותנו מעה (אי מע דבינו האי) אלן sind ganz unverständlich; zu S. 328 Anm. vgl. noch Ginzberg, Geonica 1,47; S, 337 n. 1 dass sich Hadassi speziell der Verteidigung der עמי הארץ angelegen sein Hesse, ist durch-

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