Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XV (1911)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1911)
- Date
- 1911-05-01
- Page
- Seite 77 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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NOVELLENSCHATZ, jüdischer. (Herausg. y. Jul. Moses) V. Zelte Jakobs. Erzählungen u. Kulturskizzen von Leopold Ritter von Sacher-Masoch, Herrn. Heiberg, M. G. Saphir u. a. VLI. Die Chanukalichter. Meisternoyeilen von Beno de Majo. Henrique de Väsconcellos, L. Charpentier u. a. Berlin, H. Seemann Nachf.j 1911. V: 322 S. VIII: 328 S; 8°. ä M; 1,80. NUSBAUM, H., Na nute Ekklesiastes [Nach der Melodie des Ecclesiastesji Krakau 1910. 33 S. 4 °. [Eine Nachahmung des Kohelet, Betrachtungen in XII. Kap.] RADL1NSKI, J., Spinoza. Rzecz historyczno-spoleczna. [Spinosa. Eine historisch-soziale Untersuchung], Warschau 1910. 4 °* -., Apokryfy judaistyczno-chrzescianskie w polskich przerobkach [Jüdisch-christliche Apokryphen in polnischen Bearbeitungen]. Warschau, Wende, 1911. (5) u. 107 u. (1) S. kl. 4°. SCHREIBER, W., Badania nad antropologja dzieci Chrzescianskich, Zydowskich, i Karaimskich w Galicyi [Untersuchungen über die Anthropologie christlicher, jüdischer und karäischer Kinder in Galizien]. Warschau 1910. 129 S. 8°. SOLA POOL DE, DAVID, The old Jewish-Aramaic-Prayer. The Kaddish, Leipzig 1909. [Genaueren Titel 8. ZfHB. XIV, 11. Ueber das Kaddischgebet gibt ■ es eine sehr reichhaltige Literatur, es hat die verschiedensten Beurteiluhgen erfahren; aber noch nie ist es bisher nach allen Seiten hin so eingehend behandelt worden wie im vorliegenden Buche. .Ueberraschend neue Resultate bietet der Verfasser dabei nicht, aber es genügt schön, dass einmal mit dieser Gründlichkeit alle Probleme herausgeschält werden, auch wenn nicht für alle eine Lösung gefunden werden kann. Auf eine allgemeine Einleitung mit reichhaltigem Literatur- Verzeichnis, den Text nebst englischer Uebersetzung des Kaddisch (VII—XIII) folgt die Frage nach dem Ursprung des Kaddisch. Der Verfasser kommt zu demselben Resultate wie Zunz, dass der Ursprung in der Schlussdoxologie der agadischen Vorträge zn suchen ist (S. 8.). Erst später erhielt es seine Verwendung als liturgisches Gebet und noch jünger ist es als Gebet für die Trauernden. Der Name Kaddisch bedeutet nach dem Verf. (S. 10 und 100 f.) das ״heilige“ Gebet, im Gegensatz zum vorangegangenen freien Vortrag. Diese Deutung ist sehr unwahrscheinlich, sie geht von einer modernen Wertung aus, die nicht im Geiste des alten Judentums liegt. Der Namen Kaddisch, der zum ersten Male in M. Sofrim vorkommt, hebst vielmehr, der ״Heilige“, er bezieht sich auf Gott und ist dem Anfänge des Gebetes entlehnt. Das Kaddisch liegt in einem Gemisch von hebräischer und aramäischer Sprache vor, aber das Ursprüngliche ist das Aramäische; und zwar nicht, wie man gewöhnlich annimmt, weil es die Volks* spräche war, — denn das Kaddisch ist nicht im Volksdialekt abgefasst —־ sondern weil es die Sprache der Gelehrten und somit die des vorangegangenen Vortrags war. (S. 14). Als Ursprungsland nimmt der