Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XV (1911)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1911)
- Date
- 1911-05-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ומשם אל בלגאר עד שיגיע כתבך ברצונך (od. הנגדין וגם כן ישלחות אל רוס (רום אל המקום אשר אתה רוצה. Aus dem Zusatz שהם אלצקלאב schloss man bisher allgemein, dass hier yon einem Könige der Slaven die Rede ist und indem man גבלים von גבל (arab. Berg, ableitete, verstand man darunter die. Chor waten, deren Benennung ebenfalls von horb oder chrebet ]Bergkette stammen soll. Dabei glaubten die einen, däss hier die weissen Chrowaten gemeint sind, die nach Constantinus Porphyrogenitus am Norden der Karpaten gewohnt haben, also wäre מלך הגבלים der Fürst von Krakau, d. h. Polen.' Andere dagegen hielten sie für illyrische Chorwaten, die, an der Küste von Dalmatien wohnend, mehr Gelegenheit hatten nach Spanien zu kommen und dann den Brief nach Ungarn zu befördern. Endlich hat Westberg, in seiner Studie über den jüdischen Reisenden des X. Jahrh. Ibrahim b. Jaküb (Petersburg. 1899; vgl. Steinschneider, Arab. Lit. d. Juden § 64) die Vermutung ausgesprochen, dass hier Boleslaw I, König von Böhmen, der auch sonst eine gewisse Rolle gespielt hat, gemeint sei. Wir hätten also jedenfalls in dem Briefe Chasdais ein sehr wichtiges Datum über Juden in slavischen Ländern in ziemlich früher Zeit. Allen diesen Ansichten tritt nun Modelski in seiner etwas breitspurigen, aber mit vielem Scharfsinn und grosser Erudition verfassten Schrift entgegen. Es kann hier von keinem König der Slaven die Rede sein, da ein solcher nie eine Gesandschaft nach Kordova gesandt hat. Dann ist die Ableitung Chorwaten von horb, chrebet, eine Gelehrtenetymologie, von der doch Chasdai nicht gewusst haben konnte und die auch heute allgemein verworfen wird. Constantinus z. B. leitet ״weisse Chorwaten“, deren slavischen Namen er wohl kennt (BsXqxpoßarot) nicht von äpos, Berg, sondern von %wpa, Land, ab. Dann ist auch, wenn מלך הגבלים König der Chorwaten bedeutet, der von Chasdai erwähnte Weg, durch den der Brief gehen sollte (Ungarn, Russ, Bulgarien) unnatürlich. Indem nun M. die Bezeichnung מלך הגבלים als ״König der Bergländer“ beibehält, glaubt er darunter die Alpen zu verstehen, welche die Sarazener wohl kannten und dort bis Traxinetum, am Golfe Saint-Tropes, vordrangen (s. Dozy, ZDMG £0, 605). Gemeint ist nun kein anderer als Otto I, Kaiser der Deutschen, der bekanntlich u. A. im Jahre 958 eine Gesandtschaft an Abderrachmän III geschickt hat. Mit צקלאב aber bezeichneten die Arabor, ebenso wie dies mit Slavi, Sclavi der Fall war, nicht nur Slaven, sondern auch verschiedene andere Völker, besonders solche, die blondes Haar hatten, also auch Deutsche. So versteht z. B. Mas'udi unter Slaven auch Sachsen und Deutsche (Namtschin) überhaupt. Analog dem ist כנען, das doch in der rabb. Literatur für Slaven angewandt wird und doch verstand man darunter auch Allemanen (s. ibn Esra u. Kimchi zu Ob ad ja 20). In der Tat berichten auch arabische Schriftsteller von einer Gesandtschaft eines nach Kordova im J. 342 d. H. (= 958/4). Dies köimte der These M.’s widersprechen, aber nun heisst dieser ״König der Slaven“ in der einen Quelle Hünu, in der anderen dagegen Hütu (andere Var. sind letztes wohl dux; s. M. p. 101). Die richtige La. ist d. h. Otto, den auch Ibrahim b. Jaküb nennt, und diese Tatsache wird also umgekehrt zu einer Stütze für die These unseres Verfassers. Damit stimmt auch überein, dass Josef, der 'König der Chazaren, in seiner Antwort, die jetzt ebenfalls fagt allge-