Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XV (1911)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Levis ausdrücklich zitiertist1), beweisen jedenfalls, dass die Texte, ans denen unsere Fragmente stammen, später als die genannten Pseudepigraphen verfasst worden, also jedenfalls nicht früher als das erste nachchristliche Jahrhundert. Für die Sekte selbst, die auch aus den noch zu erwähnenden Gründen als die der Zadokiten bezeichnet werden darf, stellt Schechter auf Grund einer manche beachtenswerte Momente enthaltenden Beweisführung die Hypothese auf (S, XXV unten), dass dieselbe aus den alten Sadduzäern hervorging2 * * * *) aber ״schon frühe irgendwie sich mit der Sekte der D 0s i t h ä e r vereinigte und Wohl auch ganz von ihr absorbiert wurde, unter den Samaritanern aber, mit denen sie viele Aehnlichkeiten hatte, mehr Anhänger gewann, als unter den Juden.“ Die Hypothese, die auch die Falascha’s in ihre Kombination hineinzieht, soll nicht weiter beleuchtet werden. Vielmehr will ich hier nur aus den neuen Angaben, die unsere Fragmente über die ״Zadokiten“ darbieten,־ die wichtigsten hervorheben. Vorher bemerke ich, dass Schechter mit dankenswerter Genauigkeit das Verständnis des durchaus hebräischen und sprachlich keine erbebliehen Schwierigkeiten bietenden, aber yielfach korrupten Textes zu erleichtern sich bemüht hat. Nach einer Vorrede (S. V f.) folgt eine ausführliche Einleitung (S. IX—XXIX) und dann die englische CFeber- Setzung der Fragmente mit fortlaufenden erklärenden Anmerkungen (S. XXXI—LV1). Den Schluss machen Verbesserungen im hebräischen Texte (LVH—LlX), Zusätze und Berichtigungen zu der Uebersetzung und den Anmerkungen (LIX— LX) und Stellenregister (LXI—LXIV). Für die Entstehung der Sekte,, von der die Fragmente Kunde geben, enthalten Sie eine sehr deutliche Angabe, ln allegorischer Anwendung der Worte vomBrunnen (Num.21,18) berichtet der Verfasser unserer Texte (6,2ff): ״Gott nahm aus Aharon einsichtige und aus Israel weise Männer und versammelte sie 8) und sie gruben den Brunnen, ״den Brunnen, welchen Fürsten ־ gegraben und ausgehöhlt die Edlen des Volkes mit dem Gesetzgeber“. Der Brunnen, das ist die Thora; die den Brunnen graben, das sind die Bekehrten Israels, die aus dem Lande Jehuda auszogen und sich im Lande Damaskus niederliessen, die alle Gott Fürsten nannte, weil sie sich zu ihm hinwandten; der Gesetzgeber, .אשר אסר עליהם לו* בן יעקב :4,16 (* 2) Schechter sagt das nicht ausdrücklich, scheint es aber als selbstverstündlich vorauszusetzen. *) וישמעם, nach I Sam. 16,4 zu erklären. ■Die Emendationsversuche Schechters (S. XXXVIII, Anm. 6) sind unnötig. Wie oft, bedient sich der Verfasser hier eines fertigen biblischen Ausdruckes.