Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XIV (1910)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1910)
- Date
- 1910-09-01
- Page
- Seite 142 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Goldberg’s Ausgabe von der ihr zu Grunde liegenden Hs. L. vergisst, dass ein Abschreiber und Drucker im 16. Jahrhundert häufig ebenso nachlässig war, wie seine Nachfolger im 19. Jhr. Dass Goldberg’s Abdruck, den L. sehr eingehend bespricht, nicht zuverlässig sei, habe ich schon bei Steinschneider, Geschichtsliteratur p. 173 ausgesprochen. (Der Ausdruck ist dort von St. gemildert). Ich habe die Hs. vor Jahren genau collationiert und finde L’s Angaben durchgehend correkt. Er stellt 29 Auslassungen Goldberg’s zusammen, wobei er hätte bemerken sollen, dass sie meist durch Homoioteleuton entstanden sind. Dass Goldberg sehr unzuverlässig ist, darüber hat sich Filipowski im Anhang zu seiner Ausgabe des *מצח לחכמה Edinburg 1854 deutlich genug geäussert; er hat ihm dort auf 64 Seiten 666 Fehler nachgezählt. Aber L. tut ihm unrecht, wenn er p. 25 von Goldberg ersonnenen Lesarten spricht. G. hat beim flüchtigen Abschreiben die Fehler gemacht und sich dann auf seine Abschrift verlassen, p. 21 Nr. 3 hat Goldberg am Ende ספסלי wiederholt, was in der Hs. fehlt, ib. Nr. 4 hätte bemerkt werden können, dass G. hier dreimal hintereinander א״ע resp. אעב׳ין für אלע[זר] בן liest— Z. 11, 13,. 14). — S. 24 sind die Fälle, wo Punkte für deleatur stehen nicht erschöpft vgl. z. B. 18 Z. 16 שמתיה Auch zu den Weglassungen hätten mauche Beispiele hinzugesetzt werden können, z. B. 25 Z 9 וסיפרי nach 36 ,וסיפרא Z. 4 דהוא סיני u. A. Andererseits wird 20 Z. 24—25 zweimal vor הייא eingeschoben רבי, wo es die Hs. nicht bietet. Es hätte erwähnt werden sollen, dass sich 20 Z. 7 eine Bandglosse זכותא findet, dagegen hätte p. 26 Nr. 23 die Bemerkung über Neubauer wegfallen können, da dieser p. X angibt, Goldberg’s Ausgaben und nicht die Berliner Hs. zu benutzen. Filipowski’s Uebersetzung wird (p. 30) mit Unrecht als E d i t i o bezeichnet und war an dieser Stelle nicht zu behandeln. Bei Editio Wallerstein werden dem Herausgeber unbegründete Vorwürfe gemacht, denn dieser hat nicht die Pariser Hs. sondern deren Copie in Grätz’ Besitz abdrucken lassen. Die Schuld für die gerügten Mängel trägt vermutlich der Copist nicht der Herausgeber, der die Hs. wohl nie gesehen hat. Schliesslich konstatiert L., dass Neubauer’s Ausgabe eine Menge von Fehlern und Irrtümern aufweist. Ich habe dasselbe in sehr schonender Form in meinem Seder *Olam (Berlin 1903) p. XXII und XXXI für dieses Buch festgestellt und auch sonst z. B. מגלת תענית die Beobachtung gemacht, dass Neubauer’s Texte und Varianten absolut unzuverlässig sind. Leider verspricht uns L. für seine Neuausgabe ausführliche Behandlung aller Fehler von Goldberg, Wallerstein und Neubauer in den Noten (p. 21, 32, 48). Bef. würde dringend empfehlen, davon abzusehen, die Noten mit solchem Ballast zu beschweren. Die Zahl der Varianten ist schon an sich gross genug. Fehler der Herausgeber gehören höchstens in die Prolegomena, keinesfalls in den kritischen Apparat. Bei der Besprechung von Neubauer’s Ausgabe wird auch der eigentümliche Auszug im Cod. Brit. Museum im Vorbeigehen (p. 47 f) erwähnt. Beachtenswert ist der Nachweis (p. 39 f), dass