Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XIV (1910)
- Issue
- 2 (März-April 1910)
- Date
- 1910-03-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 wird man dafür zu Hunderten im Buche leicht finden. Wir wollen hier, wie zu den früheren BB. blos durch einige von der Ansicht des Verf.s abweichende Bemerkungen die Aufmerksamkeit der Leser auf manche Punkte lenken, ln der Einleitung zu חולין und auch S. 92 sucht der Verf. den Umstand zu erklären, dass in der Mischna bei vielen Gesetzesbestimmungen die Angabe נוהג בארץ ובחוצה לארץ sich findet, bei בשד בחלב aber fehlt, während in der Tosefta gerade bei letzterem dies angegeben, bei den anderen Gesetzen aber weggelassen *wird. Die Erklärung des Yerf.s erscheint gezwungen. AJlem hier haben wir den deutlichsten Beweis, dass die Tosefta nicht als selbständiges Werk, sondern als eine Ergänzung zur Mischna betrachtet sein will, und was die Mischna weggelassen hat (nämlich בשר בחלב נוהג ובר), das bietet uns die Tosefta, wie bereits die Tosafot (Chullin 108 b) bemerken. In der ältern Mischna (vor Rabbi) haben wahrscheinlich sieben Abschnitte mit dem Schema נוהג בארץ ובחוץ לארץ begonnen, nämlich אותו ואת בנמ כסוי הדס; גיד דנשה! בשר בחלב, הזרוע והלחיים/ ראשית הגז und שילוח הקן; Rabbi hatte an einer Stelle dieser Angabe eliminirt, und der Redaktor der Tosefta hat dies nachgetragen. Es bedarf demnach blos der Erklärung, warum Rabbi den betr. Satz bei בשר בחלב wegliess. Vielleicht hielt er ihn da für überflüssig, weil die Thora bereits an einer Stelle (Deut. 14,21) בשר בחלב mit נבלת zusammengestellt hat (vgl. 8ifte zu dieser Stelle). S. 30 hält der Yerf. die LA. נשתייר הימנו בזית bei כבד in der Mischna für die ursprüngliche und will das לא נשתייר היפנו כלום in der vorhergehenden Mischna (42 a) dem entsprechend erklärt wissen. — Diese Annahme ist u. E. unstatthaft. Die zuverlässigsten Zeugnisse haben in der Mischna 54 a: ונשתייר הימנו כל שהוא, so die Mischna ed. Neapel und ed. Lowe, ein Manuscr. bei Rabbinowitz, Alfassi, Ramban zu Chullin 43 a nach den palestinensischen und anderen korrekten Handschriften (vgl. die Varianten zu der grossen Wilnaer Mischna-Ausg. von 1909). Dass auch der bab. Talmud 43 a diese LA. vor sich gehabt, ist jedem sofort klar, vgl. ר״ן und רמב״ן zur Steile. Wenn aber im Sifra Schemini 3,8 die LA. כזית sich vorfindet, so ist dies die Meinung des R. CM ja, des Schlussredaktors des Sifra. — An manchen Stellen (z. B. S. 80,48) werden Baraita’s der Schule RJsmaels (חנא דבי ר, ישמעאל) mit dem Sifra verbunden. Es ist hierzu zu bemerken, dass den Amoräem ohne Zweifel eine Mechiltazu Lev. zu Gebote stand, aus der sie die תנא דבי ישמעאל geschöpft haben. Manches in den הגהות Vorgebrachte hätte anderweitig belegt werden können. Z. B. die S. 31 befindliche Bern., אע״ג דיכולה ליכוות sei eine spätere Glosse; die Stelle fehlt in mehreren Manuscripten bei Rabbinowitz; ebenso wird die Bern. JS. 34, dass כדלת zu streichen ist, durch die Handschriften bestätigt. — Die Bern. S. 93 zu עו!£ וגבינת נאכל באפיקורן hat bereits Pinneles in דרכה של תורה S. 157. — S. 103 (zu 114 b) hätte die LA. דאמר ר׳ יוחנן bei Rabbinowitz angeführt werden können. S. 98 wird stillschweigend die Identität von ר׳ יצחק und ר׳ בר אבודימי ohne Begründung vorausgesetzt, vielleicht im Hinblick auf Frankel, 106 מביא a. S. 101 (zu 118 b) wird behauptet, dass im Sifra unzählige Male mehrere דרשות von einem Schriftworte deduziert werden, dass demnch erst in späterer Zeit in den Schulen der Grundsatz zur Geltung kam, man könnte aus einem Worte blos eine Lehre ableiten. Dem gegenüber . ist zu vergleichen Malbim התורה והמצות zum Sifra im אילת השחר 242—243, wo durch 61 Beispiele dargelegt wird, dass der Sifra aus jeder Stelle nur einen דרוש ableitet und dass, wo sich deren mehrere zu einer Stelle finden, stets nachgewiesen werden kann, dass jener ge-