Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XII (1908)
- Issue
- 4 (Juli-August 1908)
- Date
- 1907-07-01
- Page
- Seite 109 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 109 —. ohne mit Bestimmtheit sagen zu können, aus welcherZeit diese stammt. Wie aber verhält es sich mit dem Ausdruck סוטי in dem 1342 geschriebenen Münchener Codex? Es darf, wie ich meine, als feststehend betrachtet werden, dass in der Urschrift des Talmudtextes an allen hierfür in Betracht kommenden Stellen nur der Ausdruck פשוטי gestanden hat, der erst weit später, gewiss nicht vor dem XIV. Jahrk. entweder aus .Furcht vor der christlichen Zensur oder von der Hand, christlicher Zensoren in מוטי geändert worden ist. Ich habe dieses .Wort ein ״Unwort“ genannt, weil ich es für ein im- Talmud •von vornherein unmögliches Wort halte, weil es mir ein gewaltiger Anachronismus scheint, im ursprünglichen Texte des Talmud den in der Bedeutung ״ein getaufter Jude" spathebräisohen Ausdruck סוטי als Euphemismus oder als synonymes Äequivallent für פשוטי zu. vermuten.. / Wann aber ist der Ansdruck פוטר in diesem Sinne zuerst[ gebraucht worden und wie ist־ er zu dieser seiner Bedeutung׳ gekommen? Wenn die Münchener Handschrift, was trotz der Angäbe Babbinoyiczs erst noch durch Autopsie festzustellen wäre, wirklich von Anfang an פוטר und פשוטי proiniscue aufweist, dann wäre der Gebrauch des Wortes פומי neben und im Sinne von משופד schon für die erste Hälfte des XIV. Jahrh. urkundlich belegt. Vielleicht aber hat in der Handschrift ursprünglich überall פשוטי gestanden, das später an mehreren Stellen vorsichtig ausradiert und in פיסי geändert worden ist? Darüber kann nur der Augenschein genauen Aufschluss geben. Mit voller Sicherheit ist die Bezeicbnnng מוטי für Apostat bezw. Convertit erst seit dem letzten Drittel des XIV. Jahrh. nachweisbar. Die Geschichte dieses Ausdruckes, der auf Jer. 2,11־ und Ps,, 106,20 zurückgeht, lässt sich fast durch 300 Jahre zürückverfolgen. ln den hebr. Kreuzzugsberichten von 1096 (herausgegeben von Neubauer und Stern, Berlin 1892) findet sich die Form המיר auf den Religionswechsel angewandt, so 7, Z. 24 הכיפה וראה אלהינו טדי אני עושץ . , . גלי להסיר אותך בתל,ד; das. Z. 27 לכסוי ולהמיר יראת מלכנו בנצי נתעב; ähnlich 50, 13; 54, 9; 67, 3. v. u.; 9, 5 v. u. בלי להמיר יראתו הטהורה ohne Angabe der beim Glaubenswechsel eingetauschten Religion, ähnlich, 50,16 רוצה אתה. להמיר ohne Objekt und °hne Ergänzung durch ein Wort mit כ, vgl. dazu Ps. 15, 4 נשכע להרע ולא ימי. Doch findet sich, in den Kreuzzugsberichten der absolute Gebrauch des Wortes הפיי nur ausnahmsweise und zwar im Anschlüsse an ein unmittelbar vorhergehendes המיר, das mit Akkusativ und auch mit ב konstruiert ist. Regelmässig aber findet sich הפיר absolut für ״übertreten“ oder ״sich (zum Christentum) bekehren“ meines Wissens zuerst bei Chasdai Kreskas in seinem Briefe