Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XI (1907)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1907)
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 157 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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iß? Kunde, bringen. In der engern Heimat und in den Nachbarländern ist Raschis Werk End- und Anfangspunkt des Studiums. Dieses Studium zeitigte viele, bisher noch nicht genügend erforschte Compilationen, die den Tosafot zum Talmud ähnlich sind. Je mehr Superkommentare geschrieben wurden, desto grösser muss die Zahl derer gewesen sein, die den Sinn des Erklärers entdecken wollten. Die hohe Zahl der Superk. darf ohne Weiteres als Masstab für die Leserschar gelten. In Italien bildeten sich Vereine, deren Zweck es war, täglich־ oder wöchentlich zwei oder dreimal Raschi zu lesen (s. דבק טוב ,אוצרות **וסף in den Einleitungen, ferner Leo Modena, מכתבים ed. L. Blau (Budapest 1905) p. 4. Aber nicht nur Liebhaber und Freunde der Agada und volkstümliche Redner verfassten Superkom., sondern auch Talmudisten im Zeitalter des Pilpüls. Auch die philosophische Speculation versuchte ihr Glück, aber ohne Erfolg. Besser waren die Grammatiker daran, die für ihre Forschungen ein ergiebiges Feld gefunden haben. Ein neues Licht zündete Elia Mizrachi an, an dem sich Nachfolger erwärmten — und verbrannten. Die letzten Jahrhunderte sind nicht arm an Superkommentaren, allein die kritischen Untersuchungen und Ausgaben, diehistorische Erforschung der Geschichte des Schriftwerkes und des Lebens seines Verfassers stellen diese in den Schatten! (Fortsetzung folgt) Notizen und Bemerkungen. Der Talmud Jeruschalmi zu Cliullin und Bechoroth. Tm ersten diesjährigen Heft der Z. f. H. B. S. 23 ff. hat Bacher ausführlich über den von Sal. Friedländer nach einer Handschrift, die angeblich aus dem Jahre 1212 stammt, herausgegebenen Jeruschalmi-Text zu einem Teile von Seder Kodaschim berichtet. Schon die vom Herausgeber in seiner Einleitung erzählte abenteuerliche Geschichte der Auffindung des Manuskripts erregt Befremden, das geheimnisvolle Dunkel sodann, das um die Handschrift auch nach ihrer Auffindung gesponnen bleibt, macht einen wenig vertrauenerweckenden Eindruck. Zu diesen äusserlichen Verdacht smomenten treten aber noch manche Einzelheiten hinzu, die, wie Bacher a. a, O. schonend sich ausdrückt, ״leise Bedenken hervorrufen und Zweifel an der Echtheit der Texte wecken". Ich trage kein Bedenken offen auszusprechen, was für mich keinem Zweifel unterliegt. Ich halte die Handschrift für das Machwerk eines Fälschers. Zu diesem Ergebnis gelaugte ich, nachdem ich kaum die ersten drei Blätter des gedruckten Textes gelesen hatte. Wer mit den Elementen der philologischen Kritik von Talmud-Texten auch nur oberflächlich vertraut ist, kennt die von der päpstlichen Censur verbrochenen Besserungen einzelner Worte und weiss, dass in unseren Talmudausgaben der Ausdruck מומי ein von der römischen Bücher-lnquisition angeordnete» Unwort statt des urspr ünglichen Wortes משומד ist. Sämtliche Talmud-