Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XI (1907)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1907)
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 156 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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156 Die Superkommentare zu Baschis Pentateuchkommentar. von A. Marmorstein. Der erste Biograph Baschis stellte die Namen und die Werke der Erklärer Baschis zusammen (Zunz, Zeitschrift p. 304, erweitert von S. Bloch in der hebr. Uebersetzung); die Zahl derselben wurde durch M. Steinschneider (Cat. s. v. B. Salomo Isaki) vergrössert. A. Neubauer wies auf die Aufgabe hin, welche die Bibliographie Baschi schulde (Letterbode VIII. 36). So sammelte ich gelegentlich und langsam das Material zu dieser Arbeit und beabsichtigte dieselbe anlässlich des achthundertsten Todestages des Parschandata zu veröffentlichen. Verschiedene Umstände hinderten die Durchführung des lange gehegten Planes. Inzwischen ist eine demselben Gegenstände gewidmete Schrift von Herrn I. M. Toledano in Tiberias (Palästina) erschienen. Ich wollte schon von der Veröffentlichung meiner Studien ganz absehen; allein eine eingehende Prüfung der obenerwähnten Schrift wirkte bestimmend auf mich, meine Zusammenstellung der Schritten, resp. Kommentare über Baschis Pentateuchkommentar einem weiteren Kreise zugänglich zu*machen. Die unsystematische Behandlung des Stoffes, die Mangelhaftigkeit undPehlerhaftigkeit in der Darstellung,die Wiederholungen in der Arbeit Toledanos machen eine neue, denselben Gegenstand besprechende Untersuchung nicht überflüssig. Allein wir dürfen Toledano danken, denn die Erwähnung der in seinem Besitze befindlichen Handschriften und Druckwerke erweitern unsere Kenntnisse. Es wäre nur eine ausführliche bibliographisch-wissenschaftliche Beschreibung derselben erforderlich. Jedenfalls ein belehrendes Beispiel, wie derlei Arbeiten keineswegs Vollständigkeit beanspruchen dürfen. Die Kommentare lehren nun zuvörderst die Geschichte des Baschistudiums und liefern somit einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der Erziehung bei den Juden, seit dem XII. Jahrhundert, man kann sagen bis in unsere Tage. Noch zu Lebzeiten des Weisen von Troyes wurde sein Werk erweitert. Lange wurden die Glossen des Josef Karo dem Meister zugeschrieben, bis eine kritische Sichtung die späten Hinzufügungen von den älteren Bestandteilen erkennen und unterscheiden lehrte (s. Wolf Heidenheim הבנה במקרא V. 22, 9, פנייני שדל p. 32 und Berliner: Baschi, Einleitung). In dem auf Baschis Todesjahr folgenden Jahrhundert finden wir weit von Troyes, in fremden Ländern, in welchen die slävische Sprache vorherrschte und in den Ländern der Untern-Donau, Erklärer und Gelehrte, die uns Superkommentare zu Baschis Werk hinterliessen und zugleich über ihrer Zeitgenossen Sitten und Gebräuche