Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XI (1907)
- Issue
- 4 (Juli-August 1907)
- Date
- 1907-07-01
- Page
- Seite 122 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— i22 Aus dem Briefwechsel christlicher Professoren mit einem jüdischen Gelehrten. Von Dr• A. Berliner• (Fortsetzung aus dem I. Jahrgang 1896.) Zu den bereits mitgeteilten Briefen an Heimann Michael fuge ich jetzt einen^ Brief Fr. Delitzschs hinzu. Leipzig, 7. Mai 87. Hochgeehrtetestr Herr! Sie erhalten von mir ein übersichtliches Verzeichniss aller hebräischen Manuskripte, welche die Leipziger Bathsbibliothek besitzt, gemäss Ihrem Verlängen, welches ich Ihnen unmöglich abschlagen konnte, da Sie sich durch das rastlose Sammeln hebräischer Bücherschätze ein so bleibendes und unsterbliches Verdienst um die jüdische Literatur erwarben. Ich freue mich herzlich der Gelegenheit, die Sie mir dargeboten haben, Ihnen einen Dienst leisten und mit Ihnen in Briefwechsel treten zu können. Mein flüchtiges, aber genaues Verzeichniss soll Ihnen, nur .Anhaltspunkte zu weiteren Nachfragen darbieten, die ich bereitwillig nnd genau beantworten werde. Mehrere werthvolle Codd: besitzt auch die Leipziger Universitätsbibliothek, unter diesen ein grosses מחזוי in zwei Folianten, mit ausgezeichneten Gemälden und noch ungedruckten Stücken, einen Kommentar zu Avicennas medizinischen Gedichten, ein hebräisches nnd altfranzösisches Lexikon etc. Vor der Band hat mir die Inhumanität des Bibliothekars den Zugang zu diesen Manuskripten versperrt; ich werde aber in Kurzem einen neuen Argonautpn-Zug nach denselben beginnen, nnd dann in den Stand gesetzt sein, Ihnen eine detaillierte ßeschreibung dieser literarischen Kostbarkeiten überschicken. Auch die Halle’schen Ms. habe ich nicht, aber gesehen, die Bibliothekare wissen selbst nicht was sie haben. Kann man nicht selbst in den Schränken nachsuchen, so wird man betrogen. Wenn Sie mir die durch das parenthetische Zeichen(?) angedeuteten Fragen lösen könnten, so würden Sie mich sehr verpflichten. Ich gebe in Verbindüng, mit M. Naumann und Prof. Fleischer den Catalog der hiesigen Ms. heraus; mir sind die hebräischen und. syrischen zugefallen. Nähmen Sie Ge- .legenheit, an dieses und jenes Ms. die Beschreibung eines verwandten in Ihrer Bibliothek befindlichen zu khüpfen, so würde ich mit Freuden' diese Angaben ,in meinem Catalog aufnehmen und als einen grossen Schmuck desselben betrachten. Einen anderen י Vorschlag, eine Blütenlese hebräischer Dichtungen und Handschriften betreffend, werde ich später an Sie stellen, wenn Sie mich mit einer Zuschrift erfreut haben werden. Die jüdische Literatur ist das Gebiet, iü dem ich gerne, es koste wie grosse Mühe es wolle, heimisch za werden wünschte. Ich fühle und erkenne die Schwierigkeiten, die ich noch zu überwinden habe, ich stehe noch in der Vorhalle, aber mit Gottes Hilfe hoffe ich ins Triklinium zu kommen. Mit aufrichtiger Hochachtung Ihr ergebenster Fr. Delitzsch Dr.