Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XI (1907)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1907)
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 73 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2254995-7565917-7600181--2159-2257061- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
73 ganz ohne Parallele und beruht vielleicht auch in unserem Falle nicht auf einer rechtlichen Norm, sondern auf einem gegenseitigen Uebereiukommen. Es scheint aber, dass ebenso wie die Frau das Hecht der Ehescheidung, ebenso ihr das Hecht des Verlassene des Mannes zur Verfügung stand. In Papyrus C nämlich, wo wiederum durch Mafcseja die Ehe seiner Tochter mit ihrem ersten Manne Jezanja b. Uria fest• gesetzt wird, werden ebenfalls zwei Fälle unterschieden: 1) אחד בדתי ויצאה מעמו והנפק מנך;8 .1) תשבאנך ותנפק מנך), sodann kann sie nichts mit sich mitnehmen, sondern alles gehört den Kindern; 2) הן חהנצל מנך (1. 10), sodann gehört eine Hälfte des Hauses ihr. die andere dem Jezanja. תהנצל ist also jedenfalls nicht mit Cowley als 2. Person masc. sondern als 8. Pers. fern, aufzufassen und bezieht sich auf Mibtafcja, dem Sinne nach aber muss es ״sich ab sondern“ bedeuten, wie auch הציל manchmal in der Bibel ״absondern, entreissen, entwenden, lostrennen“ bedeutet (z. B. Gen. 31, 9.16; Ps. 119,43; vgl. auch נצולות ״Abgesondertes“, Gen. r.67,4, s. Aruch s. v.2 נצל. ed. KohutV, 373b) 1).— Religionsgeschichtlich wichtig sind auch die vielen neuen hebräischen Namen, die meist mit יה zusammengesetzt sind, denen man hier begegnet. Es sind dies8): ידניה;בעדיה (einer am häufigsten vorkommender Name, vielleicht ursprünglich ״ ידין יהGott wird richten“, vgl ידון Neh. 3,7); ״ יההדריJah ist meine Pracht“; יאואדד (vgl.2 אדדמלך Kön. 19,37, sowie אדדבעל u. אדרמלך bei Lidzbarski, Handbuch d. nordsem. Epigr. 209); יסלח, wohl Hypokoristikon von ״ יסלחיה Jah w. vergeben* *; מבטחיה, welcher Name auch gekürzt als מבטח vorkommt und dann auch מפטחיח geschrieben wird (s. ob.); ״ פגוליהwendet euch an Jah“ (vielleicht entstand auch חבליה aus ״ חכו ליהvertraut auf Jah“); קוניה (vgl. bibl.דעויה;(אלקנה (vgl. bibl. שלומם;(דעואל, eine unerklärliche Form. Manche biblische Namen kommen in veränderter Form vor. So ausser הושע auch noch הושעיה, so dass die biblische Form gekürzt ist (ausserdem noch aramaisiert אושע und אושעיה). Umgekehrt steht hier יגדל anst. des bibl. יגדליהו (Jes. 85,4; vgl. auch babyl. Igdäliäma bei Tallquist, Neubabyl. Namenbuch 245b) und kommen יזגיה und מחסיה sowohl in dieser als auch in d. Kurzform יזן und מחסה vor. Biblisch sind auch גדול und צדק. Der erstere Name ist vielleicht eine Nebenform zu גדל Ezra 2,47 usw. (vgl. z. B. לום^ und 0W) und den anderen finden wir als Bestandteil der Namen אדוני צדק u. מלכי צדק (wenn überhaupt צדק geschlossen, [dass noch eine dunkle Vorstellung vorhanden war, dass einst תדך etwas anderes als das jetzige גרש bedeutet hat, da nun jetzt aber die zweite Art von*Verstossen bereits verschwunden war, so stellte man fest, dass גירשוה תדכוה ist und nannte auch den. Scheidebrief nicht nur גט פטורין, sondern auch ספד תירוכין. *) Dieser Fall scheint sich nun bis in die talmudische Zeit fortgesetzt zu haben. Jer. Ket VII, 7 (p. 81 c 1. 22) heisst es nämlich, man habe in mancher Ketuba eingeschrieben: אין הדא פלנית הסבי להדין פלוני בעלה ולא תיצבי 1) תהוי נסבה פלגות פרן. mit LevylV, 119b ob. בשור פותיה(בשותפותיה, d. h. ״wenn die N. N. den N. N.als Gatten heiratet, später aber mit ihm nicht gemeinschaftlich leben will, so soll sie die Hälfte der Morgengabe erhalten“. Also ganz wie in Papyrus C, wo Mibtabja ebenfalls die Hälfte des Hauses, das sie als פרן bekommen hat, zurückerhalten soll. *) Der Fundort aller dieser Namen ist sehr leicht in dem Spezialindex, sowie in dem Glossar zu finden.