Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XI (1907)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1907)
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 71 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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erstens weil es der Bedeutung des Wortes mehr entspricht, und zweitens weil auch der Oniastempel, den Sayce u. A. zur Analogie heranziehen, nach den scharfsinnigen Ausführungen S. A. Hirsch’s (The Temple of Onias in Jews’ College Jubilee Volume p. 89 ff.; auch die Frage auf p. 79—80 findet hier eine glänzende Bestätigung), mehr eine במה, denn ein eigentliches Heiligtum gewesen ist. Gerade in Egypten scheint man es, indem man sich auf die Prophetie Jes. 19,19 berief, mit der Errichtung solcher Altäre leicht genommen zu haben, und ist es also nicht nötig anzunebmen, dass die deuteronomische Reform inbetreff des einheitlichen Kultortes noch nicht durchgedrungen war (so Nöldeke und Schürer, 1. c.). Später allerdings konnte um diesen Altar herum auch eine Art Heiligtum entstanden sein. — Auf ihre Anhänglichkeit an Gott weist auch die Tatsache hin, dass sie bei Jahu schwören (B4 ימאת לי ביהו אלהא ביב בירתא ובו,). Allerdings finden wir auch, dass als ein egyptischer Baumeister Pi‘ b. Pabi in Syene (Fl פיא בר פחי ארדיכל לסון בירתא) eine Forderung an die bereits erwähnte Mibtabja hat und von ihr verlangt, dass sie bei der egyptischen Göttin Sati einen Eid leiste, sie das ohne Bedenken tut (ib. 6 וימאתי לי עליהם בסתי אלהתה וטיב לבבי במומאח דכא זי עבדתי לי ובו,). Nun bringt man damit in Verbindung, dass diese Mibtabja in zweiter Ehe einen Egypter, nämlich den oben genannten Asbor b. Theos geheiratet hat, und wenn dieser dann auch den Namen Natan trägt, so muss er später, worin Alle übereinstimmen, zum Judentum übergetreten sein. Ich glaube aber, dass dieser zweite Mann der Mibtabja von vorne herein Jude gewesen ist und dass er gleichzeitig neben seinem egyptischen Namen Asbor auch den hebräischen Natan getragen hat. Finden wir ja auch in der Bibel הדסה היא אסתר Est. 2,7 und kommt auch unter den Zeugen des Dokumentes B ein הושע בר פטחנזם vor, wo also der Sohn einen rein hebr. Namen hat, der Vater dagegen einen heidnisch-egyptischen (Pe-te-Chnüm, den der Gott Chnum gegeben). Die Mitglieder unserer jüdischen Kolonie haben also wohl nur unter sich geheiratet, dabei aber herrschten Ehegesetze, die von den allgemein jüdischen in vielen Punkten bedeutend abwichen, und das ist einer der interessantesten Punkte unserer Papyri, der eingehend gewürdigt zu werden verdient. Dokument G enthält nämlich eine Urkunde, die Asbor seinem zukünftigen Schwiegervater Mabseja ausgestellt und die mit unserer Ketuba manche Aehnlichkeit hat (vgl. besonders die Redensart 1. 4: הי אנתתי ואנה בעלה מן יומא זנה ועד עלם). Zunächst erwähnt nun Asbor, dass er an Mabseja 5 Schekel als Mohär gegeben hat (1. 4: יהבת לך מהר ברתך מפטתיה בסן» שקלן ||| || באבני מלבא וכר) und dann zählt er sehr detailliert auf, was ihm Mibtabja an Geld und Sachen (Kleider und Hausgeräte) eingetragen hat, sowie ihren Wertי) (eine Sitte, die sich noch bis ins XI. Jahrh. erhalten hat, s. meine *) In der betreffenden Stelle G 6 ist der Text beschädigt und nur . . . הגעלת ל erkennbar. Cowley fasst הגעלת als 1 Person auf, bezieht es auf Asbor, ergänzt daher הגעלת ל[ברתך] מפטחיה בידה כסף וכר und übersetzt demgemäss : ״ I have delivered into the hand of [thy daughterj Miphtabyah as money etc“. Aber die Unmöglichkeit dieser Lesung erhellt besonders aus 1. 22—24, wo es heisst, dass wenn Mibtabja die Scheidung verlangen wird, sie eine Summe zu zahlen hat, sonst aber וכל זי הגעלת בידה תהנפק, was Cowley ebenfalls Übersetzt: «and all wich I have delivered into her hand the shall give back“. Aber der Zusammenhang und., die Parallele in 1. 28 weisen darauf hin, dass ״ תהגפקsie nimmt (was sie in die Ehe mit eingebracht hat)“ zu übersetzen ist. Es