Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- XI (1907)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1907)
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 70 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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schloss daraus Smend sehr richtig (und. es stimmten ihm bei Nöldeke, 1. c.y p. 150, u. Schürer, Theol Ltztg. 1907, Nr. 1), dass es sich um eine Militärkolonie handelt, wie sie die Perser in Egypten anlegten, und unter denen auch Juden waren. In der Tat soll nach Ps.-Aristeas § 13 schon Psammetich II (594—589 v. Ch.) bei seinem Feldzuge gegen den König der Aethiopier jüdische Söldner in seinem Heere gehabt und soll zur Zeit der persischen Herrschaft eine gewaltsame Deportation jüdischer Kolonisten nach Egypten stattgefunden haben (vgl. darüber zuletzt Eludau, Juden u. Judenverfolgungen im alten Alexandria, p. lff. und die dort zitierte Literatur; die Angaben auf p. 6 sind jetzt zu berichtigen), und da wir auch aus Herodot H, 30 wissen, dass die Perser in Elephantine eine Garnison unterhalten haben, so sind alle diese Nachrichten in diesem Sinne zu vereinigen. Durch die Annähme einer Militärkolonie, zu der auch Juden gehört haben, erklären sich auch verschiedene Phrasen und Tatsachen. So der Gegensatz von בעל דגל וקריה A 9 oder בעל דגל ובעל קריה E10, d. h. Gamisonssoldat und einfacher Stadtbewohner. Dann dass manche rechtliche Angelegenheiten ״vor Widrang, dem Kommandanten der Truppen in Syeneקדם וידרנג) ״ רב חילא זי סון J2, vgl. auch H 4), also vor einem persischen General,, ver- ' handelt werden. Weiter dass die jüdischen Kontrahenten bald als Juden (יהודי pl. יהודין), bald als Aramäer (ארמי pl..ארמין) bezeichnet werden, ja dass eine und dieselbe Person einmal so und das andere Mal so genannt wird (so Mafrseja b. Jedonja, vgl. A2 u. B 3; Konja b. Zadok, vgl. A2 u. B9); man unterschied nämlich Juden vor anderen aus Westasien stammenden Semiten in der Garnison nicht ganz genau und nannte sie gemeinsam Aramäer. Endlich dass in [allen Urkunden, sowohl unter den Kontrahenten, als auch unter den Schreibern und Zeugen, Vertreter der verschiedensten Nationen anzutreffen sind (wie aus ihren Namen folgt, vgl. noch besonders בבליא B19, חרזמי resp. חרזמיא B2 u. D23 usw.); es herrschte eben ein kameradliches Verhältnis, das alle Nationen und Bekenntnisse vereinigte, wie ja auch z. B. ein Haus Mafrsejas an das Feld eines Priesters des Chnum und der Sati gegrenzt hat (מערב שמש לה ארק מרדוך בר פלטו במר לחנום וסתי אלהיא E15). — Trotzalledem aber haben die jüdischen Kolonisten ihre Eigenart bewahrt und den Gott Israels verehrt. Das soeben genannte Haus Mafcsejas hatte zur Grenze u. A. auch ein אגודא זי יהה אלה (E14, in J 6 אגורא זי יהו אלהא). Mit אגורא übersetzt das jerus. Targum Gen. 31,46 etc. das hebr. 1גל) und bedeutet dies Wort also ursprünglich ,Steinhaufen״ (vgl. auch יגר Gen. 31, 47 und das syr. j^>). Im Prophetentargum aber wird damit übersetzt מזבח, aber nur da, wo es sich um einen abgöttischen Altar handelt (z. B. I Kön. 13, 1 וירבעם קאים על אגורא לקטדא, dann ib. 2 und Am. 3,14; in Ez. 15,24. 31 wird damit גב übersetzt), so dass also dies Wort dieselbe Evolution durchgemacht hat wie das hebr. במה, das ebenfalls ursprünglich jede Anhöhe bezeichnete, später aber einen anstössigen Charakter erhielt. Nun hedeutet aber das wohl damit identische assyrische elcurru ,Tempel, Heiligtum* und ebenso des mandäische עכורא (s. Nöldeke, 1. c., 131). Es fragt sich also, was man hier unter אגורא verstehen soll, einen Altar, oder ein Heiligtum? und es empfiehlt sich, das erstere anzunehmen, ג) Die Ausgaben des Targum und des Aruch haben zwar אוגד (auch איגד kommt vor), doch ist die La. אגודא durch eine alte Handschrift des Aruch belegt, s. ed. Kohut I, 27 b n. 5.