Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1907-03-01 · 3 (März-April 1907) · p. Seite 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XI (1907)
Issue
3 (März-April 1907)
Date
1907-03-01
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2254995-7565917-7600172--2124-2257027
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nachdem ich nun die Hauptpunkte besprochen, will ich nunmehr der Seitenzahl unseres Buches folgend meine Bemerkungen Vorbringen, wobei ich, um diese Anzeige nicht über Gebühr auszudehnen, minder Auffallendes mit, Stillschweigen übergehe. Die schwächste Partie des Buches ist das erste Kapitel. Kritiklos werden der Zohar und andere pseudepigraphische Schriften als alte Autoritäten zitiert. Den נקוד hat Josua eingeführt, denn er schrieb die Thora auf die Steine באר היטב, damit auch die Völker sie verstehen, ohne נקוד versteht man aber nicht (p. 6 aus ס׳ הסמדר. Stammt aus מסרת המסרת, dritte Vorrede, ed. Sulzbach 6b; cf. Archevolti 90 ערוגת הבושםa undb). Die Accente eidstierten schon zur Zeit des )Tempelbestandes. (14). Ich werde natürlich auf diese alte und endgiltig entschiedene Streitfrage nicht eingehen und bemerke nur, dass unter den in neuerer Zeit in ungeahnten Mengen und aus allen Zeiten zum Vorschein gekommenen Inschriften und Papyri keine vokalisierten Texte gefunden wurden. Auch die jüdischaramäischen Papyri aus Assuan (5. Jahrhundert ante) sind unpunktiert. Demnach müssen sich nunmehr auch die konservativsten Kreise mit dem Gedanken befreunden, dass die Juden den נקוד ebensowenig gekannt haben, wie die gesamte semitische Welt des Altertums. I. Bachrach, der über das Alter der Vokalisation und Accentuation noch vor zehn Jahren ein zweibändiges Werk veröffentlicht hat, hat den Zusammenbruch seiner Lebensarbeit nicht mehr erlebt. — F. zitiert mit stillschweigender Zustimmung das ס׳ תיאגין (Verf. עלי; Samuels Lehrer) und folgert aus einer Bemerkung desselben, man habe zur Zeit Davids die Buchstaben und Verse der Bibel gezählt (p. 6), einige Zeilen weiter ist aber schon Ezra der Bucbstabenzähler der Thora. Ezra hat ״alle Exemplare untersucht und nach der Majorität entschieden (Sifre Deut. 33)“. Diese Behauptung, die F. p. 15 wiederholt, entbehrt jeder historischen Grundlage, denn die bekannte Stelle lautet: ג״ ספרים נמצאו בעזרה ובטלו חכמים את האחד וקיימו את השניים.Wo ist hier von Ezra die Bede? Es gibt Stellen, an denen, wenigstens grammatisch, statt :עזרה עזרא gelesen werden kann, aber bei der vorliegenden ist dies ganz ausgeschlossen (cf. Althebr. Buchwesen 102—107). Ganz willkürlich ist es, wenn Verf. Seite 9 sagt, die Alten Messen Soferim מפני שהיו סופרים אותיות ונקודות ותיבות ופסוקים ופרשיות התורה denn an der betreffenden Stelle (Kidduschin 30 a) ist nur von Buchstaben die Rede. In dieselbe Kategorie gehört die der eben erwähnten vorhergehende Behauptung, Akiba habe die ״Krönlein der Buchstaben“ gedeutet, während es Menachoth 29b unbestimmt heisst לדרוש על כל קוץ וקוץ. Seite 9 (15,19) wird über die ״aussergewohnlichen Punkte“ dieselbe Angabe aus drei Quellen zu drei Behauptungen zitiert, als wäre von dreierlei Sachen die Rede (siehe meine Masor. Untersuchungen 7 ff.\ Zu נון הפוכה (9 und 11) vgl. dieselbe Schrift 40—46. Nach p. 10 und 32 polemisiert der Talmud gegen die Karäer. In schrecklich verstümmelter Gestalt erscheint p. 10 Bartolocci. Zu p. 11 (Verseinteilung) cf. JQRIX 122—144. Zu נקי (p. 13) vgl. Bacher MagazinXVII 179ff;XVIII 50. üeber die Buchstabenzahl der Thora und der ganzen Bibel (p. 18 und 24) siehe JQR VIII 843—356. Zu 25 sei bemerkt, dass Bamidbar rabba 2,13 Anf. nur nach der Interpretation des ידי משה von 600,000 Buchst, der Thora die Rede sei. Man müsste annehmen, dass der Agadist sich geirrt habe, denn die Thora enthält nicht mehr als 304,000 Buchst. Schir r. zu 3,7 (ed. Wilna כאa, col. aAnf.) spricht nur von 60 Buchst, und ist hier nicht am Platze. Wozu Strack seinen Artikel in ZAW 1907,1 über diese Frage drucken hiess, ist mir unerfindlich; ■Zu מדרש חסרות

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.