Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1907-03-01 · 3 (März-April 1907) · p. Seite 37

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XI (1907)
Issue
3 (März-April 1907)
Date
1907-03-01
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2254995-7565917-7600172--2122-2257025
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

37 Thora nachdenken soll, bei denen sich אמד ,דכד nnd צוה findet, während bei den übrigen dies überflüssig ist. Die zweite Deutung, die vom ganzen Psalmbuche spricht, beweist ebenfalls, dass in der ersten Deutung die g a n z e Thora gemeint ist. Der Agadist meint nämlich, Gott habe in der Thora entweder gesprochen (דבר) oder anbefohlen nur)) oder geredet (אמד). Diese drei Formeln umfassen die ganze Thora, die Moses nach Gottes Diktat abgeschrieben hat (Baba bathra 15 a); אמד ist also auch dort anzunehmen, wo es im heiligen Texte nicht ausdrücklich angegeben ist Soferim bezieht die fragliche Agada ausdrücklich auf die ganze Thora, denn es heisst zum Schluss: הלכך קבעו קע״ה סדרים בתורה וכל שבת עולת תמיד, was doch nichts anderes bedeuten kann, als dass »man die Thora in 175 Sedarim geteilt hat״. Soferim gibt also die allgemein angenommene Erklärung. Zu beachten ist noch, dass ־= פרשיות die Wochenabschnitte (Anf.) mit סדרים (Ende) identificiert ist. (Cf. ausser den von F zitierten Autoren noch Epstein, מקדמוניות היהודים I 69, 76 und Bacher, Agada d. Pal. Amoräer 1,129, n. 3). In unserer Agada ist das Neue die Deutung, nicht die Einteilung der Thora in 176 Abschnitte, dies erscheint als etwas bekanntes und altes. Diese Einteilung war also zur Zeit Josua ben Levis schon als eine alte Tatsache bekannt. Dass es 154 (oder 156) Wochenabschnitte gegeben hat, kann angesichts der ausdrücklichen Angabe Megilla 29 b: ״In Palaestina wurde die Thora in drei Jahren beendet“ nicht geleugnet werden. Dies ist von Theodor (Monatsschrift Jg. 1885) aus dem Midrasch Babba und von Büchler (Jew. Quarteriy Review V, 420-468; VI, 1—73) aus zahlreichen agadischen Deutungen unwiderleglich bewiesen worden. In diesem letzteren Artikel sind viele Schwierigkeiten, die Finfer beunruhigen, beseitigt. Wir verweisen noch auf die von F. ebenfalls nicht benützten Artikel S i d r a und T r i e nnial Cycle in «Jewish Encyclopedia XI, 328 bezw. XII, 254. Auch Ring hat über diese Materie gehandelt (Journal of Theological Studies, Jg. 1904, Januarheft), doch ist mir dieser Artikel nicht zu Gesicht gekommen. Es ist nun ganz überflüssig aus der nachtalmudischen Literatur und aus derMasora weitere Belege für die Existenz der Sedarimeinteilung beizubringen. Ich sammle das Material schon seit zehn Jahren und hatte in der Jewish Qu. Review schon vor sieben Jahren (Jg. 1900, Beite 223) einen eigenen Artikel hierüber angekündigt, kam aber leider bis heute nicht dazu, mein Vorhaben auszuführen. Es sei nur noch auf Seite 47 verwiesen, wo F. Levitas Bemerkung, dass die סדרים von den Masoreten stammen, viermal mit einem Fragezeichen versieht. F. will nämlich nur etwa Ezra als Masoreten anerkennen, denn sonst könnte er diesen Ehrennamen denjenigen nicht absprechen, die die Sedarim in den Bibelkodices verzeichnet haben. Ebenda macht er zu Levitas Worten: שחלקו חמשה ח״ת לכ״ב ־פרשיות und zu: ובספרי נביאים וכתובים אין פרשיות קבועות ein Fragezeichen. Er hat nämlich פרשיות missverstanden, es bedeutet: Wochenabschnitte. Ich muss also das Endergebnis der Finfer’schen Kritik. בלא עדים 48) וראיה נתנו לסדרים יחס המסורה בלא בקור ובחינה,cf. auch 65) entschieden ab lehnen. Die Verwerfung der Sedarim macht für F. das Feld frei zu einer neuen sinn- und sachgemässen Einteilung der ganzen Bibel, denn die übliche Kapiteleinteilung, die aus der Vulgata in die hebräischen Bibeldrucke herübergenommen wurde (nachdem Mordechai Nathan in seiner Konkordanz den Anfang gemacht hatte), ist ganz und gar unbrauchbar. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch ist noch nirgends eine so systematische und ausführliche Kritik ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.