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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1907-01-01 · 1 (Januar-Februar 1907) · p. Seite 23

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
XI (1907)
Issue
1 (Januar-Februar 1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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Der Talmud Jeruschalmi zu Chullin und Bechorotli.*) Von W. Bacher. Zu Beginn des vorigen Jahres versandte Dr. Salomon Friedlän der aus Szatmär (Ungarn) einen Aufruf in hebräischer Sprache (קול קורא) an alle Freunde und Förderer der jüdischen Wissenschaft, in dem er die überraschende Kunde von der Auffindung des Talmud Jeruschalmi zur fünften Mischnaordnung (Kodaschim). gab und zur Unterstützung seines Unternehmens einer Edition dieses seit Jahrhunderten als verloren geltenden Teiles des palästinensischen Talmuds aufforderte. Die Angaben, welche der Verfasser in dem Aufrufe über die Art, wie die Handschrift gefunden und wie ihm dieselbe zur Verfügung gestellt wurde, mitteilte, klangen so mysteriös, dass die frohe Nachricht von dem unerwarteten Funde mit Skepticismus aufgenommen wurde. Nun liegt nach Jahresfrist ein Teil des Fundes gedruckt vor. Die Traktate Chullin und Bechoroth vom Jeruschalmi sind zuerst erschienen; die Traktate Sebachim. Menachot und der Anfang von Arachin sollen in einem weiteren (als ersten bezeichneten) Bande folgen. Soviel enthält die Handschrift, die am Ende defekt ist und die ursprünglich auch die vierte Ordnung (Nesikin) enthielt, von der der Schluss (die letzten Blätter von Horajoth) jetzt den Anfang der Handschrift bildet. Friedländer hat den von ihm zuerst edierten Text mit einem fortlaufenden Commentare nebst Tossafoth-artigen Glossen (unter ־ dem Titel חשק שלמת) ausgestattet, sowie er im Jahre 1905 den Jeruschalmi- Traktat Jebamoth in Begleitung eines ebensolchen Commentars mit Glossen ediert hatte. In der Einleitung erzählt der Verfasser in ausführlicherer Weise als im Aufrufe die Geschichte des Fundes und bietet über die Handschrift selbst nähere Angaben. ־ Diese interessieren uns in erster Reihe und sie seien hier . kurz wiedergegeben. Die Handschrift ist ein Pergamentcodex in klein Folio, mit vier (ד vielleicht כ zu lesen) Columnen zu 34 Zeilen auf jeder Seite und in schöner Quadratscbrift ausgeführt. Der Mischnatext des ganzen Perek leitet jeden Perek ein; der Talmudtext ist in Absätze (הלכה oder פסקא überschrieben) eingeteilt, deren Anfangbuchstaben mit roter Tinte geschrieben und mit Gold verziert sind. Am Ende des Traktates Horajoth finden sich ganz unleserlich gewordene Reste' der Nachschrift des Verfertigers der Handschrift. Hingegen enthält die am Ende des Traktates Menachot stehende Nachschrift sehr genaue Angaben des Schreibers. Er nennt sich *יצחק בן יוסף ן׳ אל ברבלוגי und giebt an, er habe diese Ab- *) Titel s. S. 4.

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