Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 5 (September-Okboter 1906)
- Date
- 1906-09-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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rieht mit über die damals zwischen den nun verschwägerten Scherira und Samuel b. Hofni getroffene Vereinbarung über die Einnahmen für die Hochschulen. Jedenfalls ward hierbei der rechtmässig zum Gaonat berufene Sohn Saadia‘s, ft. Dosa, übergangen• Von dem äusseren Lebensgang dieses, soweit uns bekannt, einzigen Sohnes des grossen Gaons, lasst sich, nach P., nur annehmen, dass, nach dem p. 13 veroffentlichten Responsum, er ein sehr hohes Alter erreicht haben muss. Er spricht nemlich dort davon, dass er vor c. 60 Jahren einst in erregter Stimmung — בשעת קניטת דעת — ein Gelübde getan habe, eine Zeit lang kein Brot zu ‘gemessen. Meiner Ansicht nach, mnss D. damals mindestens 13 Jahre alt gewesen sein, da sonst nach Sifre zti Num. 30, 3, das Gelübde ohnehin nichtig gewesen wäre; auch hat wohl damals sein Vater nicht mehr gelebt, da es dort heisst: וכל סבי ורבוואתא דההוא זמץ שרו לנו פת הצנומה, was doch, falls Saadia noch am Leben gewesen wäre, er nicht nötig gehabt hätte. Vielleicht lässt sich die Lebenszeit D’s noch näher dadurch bestimmen, dass er Cliasdai ibn Schaprut Nachrichten über die Wirksamkeit seines Vaters zukommen liess, vgl. Abr. b. David’s ס' הקבלה ed. Neub. in Anecdota oxoniensia I p. 66. Wenn wir hierfür das Jahr 965 ungef. annehmen müssen, da Chasdai vor 970 gestorben ist, so muss Dosa damals doch schon einige Bedeutung, zum mindestens eine gewisse Gereiftheit besessen haben, vielleicht also 20—25 Jahre alt gewesen sein. Demnach muss er 940 oder 945 geboren* sein, und es bestätigt sich P’s Ansicht, p. 9, dnss er beim Tode seines Vaters noch im Knabenalter gewesen ist und deswegen für das Gaonat nicht im Betracht kam. Sein sehr hohes Älter schliesst P. daraus, dass er, nach dem, p. 15—21, aus Schitta Mekubezet zu Baba Kamma veröffentlichten, aus dem Arab. übersetzten Responsum, übereine von Hai und Samuel Hanagid behandelte schwierige, talmudische Materie einen Bescheid gibt, also mindestens noch 1020—1025 schriftstellerisch tätig gewesen ist. Aus demselben Responsum geht auch die hohe Wertschätzung hervor, die D. für Ha! hegt. Betreff der Tätigkeit auf halachischem Gebiet entwirft uns P. ein Bild auf Grund von 5 Responsen, deren erstes, vom Sprechen bei Ausübung einer Ceremonie handelnd, uns nach dem von Schechter in seinen Saadyana gegebenen Text vorgelegt wird. Aus dem 2. Responsum sei besonders hervorgehoben der Braüch, mit demjenigen, gegen den man den Schwur der Enthaltung von jeder Rede getan, sich durch eine Mittelsperson oder Sprechen gegen die Wand zu verständigen, welch letzteres uns auch von den Arabern überliefert ist; vgl. p. 12 Anm. 28. — Von anderweitiger Tätigkeit Dosa’s lässt sich noch auf Grund einer Randglosse in einem Ms. von Maimüni’s More Nebucbim nachweisen, dass er auch in der Philosophie mit Erfolg tätig gewesen ist, vgl. p. 25. Im Grossen und Ganzen ist der, auch von den Kabbalisten in das Bereich ihrer Phantasieen gezogene Söhn Saadiü’s ein dessen würdiger Spross gewesen, dessen Ruf sogar bis nach Spanien drang; der aber wohl, allerdings nur, wie P. p. 9 bemerkt, das Amt eines Richters bekleidet haben mag, — Im Einzelnen sei zu P’s Darstellung nur Folgendes bemerkt: Unter denen, die Halachisches in arab. Sprache verfassten, ist auch der schon der rabbinischen Epoche angeHörende Isak Alfassi zu nennen, dor einige Excurse seiner Halachot arabisch schrieb; heraüsgegeben wurden sie im Original von Landauer in Isr. Letterbode. ~ Zu der Frage des Originals von Samuel Hannagid’s Mebo Hatalmud sei noch hingewiesen auf Harkavy in חדשים וגם ישנ׳ No. 7., im Anhang zu S. P. Rabbinovitz