Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1906)
- Date
- 1906-05-01
- Page
- Seite 90 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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90 historisch gerechtfertigt ist. Dass die שמות ein wissenschaftliches Interesse haben könnten, ja dass man sie verkaufen könne, ist den frommen Leuten in Aegypten nicht eingefallen, bis der Besuch von Europäern, vielleicht auch der Vorgang des Erfolges von Seiten des spekulirenden Karaiten Firkowitz, die Aufmerksamkeit auf diesen ״Schatz“ lenkte, der durchaus keine ״versteckte Sammlung“ war, und dessen einzelne Bestandteile in der Tat bloss verschiedene Zufälle zusammenbrachten. Herr Hirschfeld, der sich zum Apologeten der ״Geniza“ berufen fühlt, müsste es anders anstellen, wenn es überhaupt noch nötig wäre, sie anzupreisen. An der angeführten Stelle ist er der Meinung, ich lasse den Fragmenten der G. nicht volle Gerechtigkeit widerfahren. Das Urteil ״unbekannt, weil einflusslos“ dürfte nicht überall zutreffen. Was habe ich behauptet? wo? Die angeführten Worte stehen in der Vorrede zur Geschichtslit. S. VIII, aber vor ״unbekannt“ steht dort das Wörtchen ״meist“, was noch weniger als ״nicht überall“ bedeutet. Ich bin weit entfernt zu vermuten, dass hier eine absichtliche Unterschlagung vorliege; ich vermute vielmehr, dass das Citat aus dem Gedächtnis niedergeschrieben sei. Zur Beurteilung der Hauptsache gehört aber auch die Kenntnis dessen, was voranging. Herr H. hat früher behauptet, für den Umfang der arab. Literatur der Juden sei die Geniza ein angemessene •er Massstab als die gesammelte Literatur; ferner sollte aus der G. meine Bemerkung, dass es den Juden an Sinn für Geschichte gefehlt habe, widerlegt sein. Diese ״Ueberschätzung“ der G. habe ich auf ein gerechtes Maass zurückführen zu müssen gemeint. Es ist begreiflich, dass die Auffindung und richtige Beürteilung von Fragmenten für den Specialforscher höchst interessant erscheint — die jüdische Literatur nimmt, wie überhaupt alles Jüdische, durch vorherrschende UäfeeZhaftigkeit1), die Spannkraft des Geistes in Anspruch — aber das subjectiv Interessante ist nicht identisch paff dem Wichtigen. Diese Unterscheidung kann in unseren Tagen nicht genug hervorgehoben werden. Es wird Niemand bestreiten, dass die richtige Einfügung von defekten Dokumenten das ״kulturgeschichtliche Gesamtbild“ bereichere und belebe; wie etwa Staffage ein Landschaftsgemälde. Die Grundzüge sind aus sicheren Büchern zu holen. האחוז כזה וגם מזה אל חנה את 'דך. 93. Josef ibn חכם (für חאכם?) n Constantinopel 1560—2 (ZfHB. X, 55) ist identisch mit Josef b. Abraham ibn 1585 חכים? (ms. Bodl., Neub. 313, Jew. Qu. ßev. iKU, 127 n. 203). 1j Ueber Paulus als Rätsel s. B. Kellermanu, Krit. Beiträge zur Entetehungsgsschichte des .Christentums, Berlin 1906. S. 16.