Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1906)
- Date
- 1906-05-01
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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6t Baba Kamma (סדר למשנה ,למסכת ב״ק; V, 70—77). — Von den Geonim ist es noch immer Saadja, der im Vordergründe der Forschung steht, und so erhalten wir wiederum von Harkavy, u. d. T. חדשים גם ישנים II, 9 ' (VI, 26 - 40), schätzenswerte handschriftliche Mitteilungen aus den Werken dieses Gaon, und zwar: 1) aus dem 2;ספר האגרון) aus dem אללגה (od. כתאב (כתב u. 3) aus dem Komm, zu Ex. (wohl zu 4,25), eine Polemik gegen die Verwendung ‘Anan’s von Ez. 16,4 zu Vor- Schriften über die Beschneidung (s. Harkavy, Hand. u. Mitt VIII, 1, 86—87). Besonders interessant istnr. 2, aus der hervorgeht, dass die 12 Teile (אלי״ב אלגז), aus denen dieses sprachwissenschaftliche Werk Saadjas bestanden hat, noch in einzelne Kapitel zerfiel (s. הגרן I, 90), und dass diese Teile doch anders geordnet waren, als sie Bacher (Die Anfänge d. hebr. Gramm., p. 40ff.) rekonstruirt hat (s. הגרן ib.). Jedenfalls ist aber mit diesem das כתאב אללגה für ein besonderes Werk zu halten, und nicht etwa für einen Bestandteil des ס/ האגרון, wie Harkavy noch immer zu behaupten scheint (s. dagegen auch Steinschneider, Die arab. Liter d. Juden, p. 60). *י- Epstein polemisirt in einem längeren Artikel, u. d.T. המחלקת בין בן מאיר וישיבות בבל (V, 118—142), gegen Bornstein's Auffassung von dem Kalenderstreit zwischen Saadja und Ben Meir (vgl. ZfHB IX, 36). Bekanntlich behauptete Ben Meir nicht nur, dass die Bestimmung der Feste nach wie vor von Palästina auszugehen habe, sondern erweiterte auch die Grenze des sogen. מולד זקן um 642 (במר״ת) Chalakim, wodurch die Feste öfters um zwei Tage früher fallen, als nach unserer üblichen Kalenderberechnung. Bornstein behauptet nun, dass unser Kalender erst in der Epoche der Geonim und in Babylon zum Abschluss gekommen ist und findet eine Erklärung für die Hinzufügung von 642 Chalakim in der Differenz zwischen der Länge Babylons und Jerusalems. Demgegenüber führt Epstein aus, dass unser Kalender notwendiger Weise viel früher in Palästina entstanden ist und glaubt, dass das Bestreben Ben Meir’s hauptsächlich dahin ging, die Dechijot soweit als möglich einzuschränken, damit der Anfang der Feste nicht allzusehr sich vom Molad entferne, was er nun durch die 642 Chalakim, oft erreicht hat (weder B. noch E. vermochten aber einen plausibeln Grund dafür zu finden, warum Ben Meir gerade diese Anzahl von Chalakim binzugefügt hat). Es ist hier nicht der Ort auf dieses nach vielen Bichtungen hin interessante Thema ausführlich einzugehen, doch will ich auf meinen Aufsatz in JQR X, 152 ff. hinweisen, wo ich diesen Streit zuerst beleuchtet und wo ich aus kulturhistorischen und psychologischen Gründen ebenfalls zu dem Schluss gelangt bin, dass unser Kalender noch in nachtalmudischer Zeit im Fluss war und dass er wahrscheinlich in den babylonischen Schalen zum Abschluss gekommen ist. Gerade dass nicht nur die Karäer, sondern fast alle Sekten aus der Zeit der Geonim in erster Linie den Kalender attakiren, beweist, dass seine Autorität damals noch nicht ganz be-_ gründet war. Doch soll darüber ausführlich in einem anderen Zusammenhang gehandelt werden. — Ueber den einzigen, bisher bekannten Sohn Saadja’s, Dosa, handelt Schreiber dieser Zeilen (רבדוסא ברב סעדיה גאון; VI, 41—64 u. Nachträge dazu p. 119).1) Es wird nachgewiesen, dass Dosa sehr alt wurde, dass er etwa 935—1020 gelebt, dass man sich an ihn von Kairuwän und Spanien aus mit Anfragen gewandt, auf die er hebräisch oder arabisch geantwortet hat, und dass er auch *) Auch als Sep.-Abdr. erschienen, Berdyczew 1906, 27 S. (in Kommission bei Kauffmann, Frkf. a. M., 80 Pf.).