Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 1/2 (Januar-Februar 1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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46 und fünf auf den Versöhnungstag. Der Vorwurf aber, den Salmon, gemäss Proy. 14,15, anderen nachspricht, nämlich dass sich die Schammaiten und Billeliten gegenseitig gemordet hätten, so ist das eine offenkundige Lüge. Es ist nämlich darauf hingewiesen worden, dass dies den ausdrücklichen Angaben der Mischna (Jebamot I, 4) und der Tosefta (ib. 1,10—11) widerspricht1). 8) Es folgen nun die bereits aus dem Fragment ed. Schreiner bekannten Ausführungen, nämlich die sieben Gründe für die Not* wendigkeit der Tradition, die Salmon aus Saadja’s Genesis-Kommenta anführt und widerlegt und die unser Autor mit vieler Schärfe verteidigt. Da diese sieben Gründe von mir bereits eingehend besprochen worden sind (s. ob.), so ist es nicht mehr nötig, hier nochmals darauf einzugehen. 9) Endlich ist noch der Anfang eines weiteren Punktes euthalten, den Salmon bereits im 4. Kapitel seiner Streitschrift behandelt, nämlich die Widerlegung der Regel לא בדיו פסח aus Ezra VII, 9 und VIII, 31—33, und wir erfahren hier, dass bereits Saadja diesen angeblichen Beweis aus der Bibel gegen das von ihm verteidigte hohe Alter dieser kalendaristischen Regel in mehreren seiner Schriften bekämpft hat. Das würde dartun, dass dieser Beweis älter ist als Salmon, da Saadja, wie ich bereits mehrere Male nachgewiesen habe, die Schriften dieses Karäers nicht gekannt hat, und in der Tat findet er sich schon bei Qirqisäni und reicht vielleicht noch höher hinauf, s. meine Ausführungen in JQR VIII, 685—686 (vgl. auch ib. XVII, 596 ob.)2). Wer nun dieser Schüler Saadja’s gewesen, ist selbstverständlieh schwer festzustellen. In meiner oben citierten Abhandlung in dieser Zeitschrift habe ich vermutet, dass es vielleicht Jakob b. Samuel gewesen, gegen den Jefet b. ‘Ali und Sahl b. Mazliach ihre von Pinsker edierten Streitschriften gerichtet haben, und diese ג) Bekanntlich wiederholt dies Salmon in s. Psalmenkommentar und beruft sich dabei auf den Jeruschalmi (s. meine Abhandlung über Jakob b. Ephraim im Kaufmann-Gedenkbuch, p. 169 ff.; vgl. dazu JQR XVIII, 222 und die dort citirten Stellen). Es ist nun zu verwundern, dass hier von beiden Seiten diese Jeruschalmi-Stelle nicht erwähnt wird. 2) Das von Schreiner edirte zweite Blatt des Geniza-Fragments, worin es zum Schluss heisst, dass manche Halachot in hyperbolischem Sinne aufzufassen sind (. . . פהד וגב אן תפסיד היה אלהלכות במא יואפק לא מנקול והו אן תכון קילת עלי סביל אלמבאלגת ליערף מקדאר אלמדכורין מ אתפקא אלף), richtet sich ohne Zweifel gegen Kap. 6—6 der Streitschrift Salmon’s. In diesen beiden Kapiteln .nämlich führt Salmon eine Anzahl Talmudstellen an, aus denen hervorgeht, dass die Dechijot zur talmudischen Zeit keine Geltung hatten und spottet über die Behauptung Saadja’s, dass alle diese Stellen nur theoretisch und hyperbolisch aufzufassen sind (s. JQR X, 271—272). Man sieht also auch hier den Einfluss Saadja’s auf unseren anonymen Verfasser.