Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 1/2 (Januar-Februar 1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Das Fragment beginnt mit einer Auseinandersetzung über die verschiedenen Bedeutungen des Verbums פרש, und wir wissen nicht genau, auf welchen Passus der Streitschrift Salmon’s sich dies bezieht. Dagegen lässt sich das klar feststellen bei den folgenden Punkten, die ich zur leichteren Uebersicht mit fortlaufenden Nummern versehe1). 1) Die Mischna, so behauptet der karäische Gegner, sei nicht göttlichen Ursprungs, da es sonst, wie in der Bibel, bei den einzelnen Aussprüchen heissen müsste: רדבר י״י אל משה ואל אהרן. Darauf antwortet unser Verfasser, dass doch auch in den anderen ausserpentateuchischen Büchern, und sogar in der Genesis, diese Worte ebenfalls nicht Vorkommen. Ebenso komme z. B. in ßut und Echa wohl der Name des Ewigen vor, nicht aber והער י״י, in Kohelet wiederum kommt nur אלהים, nicht aber י״י vor, und im Hohelied und Ester endlich weder das eine noch das andere. Trotzdem sind auch diese biblischen Bücher kraft des Zeugnisses der Ueberlieferung authentisch und ebenso die Mischna. 2) Gegen die Göttlichkeit der Mischna sollen die in ihr enthaltenen Widersprüche zeugen. Aber, so lautet die Erwiderung, ebenso finden sich Widersprüche in der Bibel. Man vgl. z. B. die Zahlen in II Sam. 24, 9 und I Ohr. 21,5. Bereits, so sagt unser Verfasser, bereits mein Lehrer (d. h. Saadja) hat in mehreren seiner Schriften, und besonders in s. ,ספר הגלוי, gezeigt, wie derartige Widersprüche zu lösen sind2), und auch ich selbst, so fügt er noch hinzu, habe in einer besonderen Schrift 42 derartige Stellen aus der Mischna aufgezählt und dabei auch 42 derartige Fragen inbetreff chronologischer Widersprüche in der Bibel ausgeglichen. 3) Ein weiterer Einwand sei, dass die Mischna manchmal zwei verschiedene Meinungen anführt und dann selbst hinzufügt, dass man sich weder nach der einen noch nach der anderen zu richten habe (לא כדברי זה ולא כדבריי זה). Aber, so heisst es, dieser Einwand beweist nur des Gegners Unkenntnis der Mischna. Alle derartigen Stellen nämlich wollen nur besagen, dass man sich weder nach der einen noch nach der anderen Meinung ausschliesslich zu richten, *) Im Text lasse ich jeden Punkt mit einem neuen Absatz beginnen und füge in den Noten die entsprechenden Stellen aus Salmon’s Streitschrift hinzu. Es stellt sich dabei heraus, dass unserem Verfasser manchmal ein etwas abweichender Text Salmon’s Vorgelegen hat, wobei aber der Inhalt zumeist derselbe bleibt. 2) Unter den anderen Schriften Saadja’s ist auch sein Emunot zu verstehen, wo die Frage der Widersprüche in der Bibel im III. Abschnitt behandelt werden und wo ebenfalls das Beispiel aus den verschiedenen Zahlen in II Sam. und I. Chr. angeführt wird, 8. ed. Landauer, p.. 141; ed. Slucki, p. 72. '