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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1906-01-01 · 1/2 (Januar-Februar 1906) · p. Seite 23

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
X (1906)
Issue
1/2 (Januar-Februar 1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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23 des Menschen Lebensmark kräftigt“. — Diese Beispiele, die sich leicht um ein erkleckliches vermehren liessen, zeigen, wieviel neue Aufschlüsse und wieviel Anregung die Lectüre von Ehrlich’s Kommentar bringt. Sie zeigen aber auch, dass die Methode des Verf. in einem tiefen Einblick in die Sprachweise und in die Anschauungen der biblischen Sänger bestehen. Sein Commentar enthält zahlreiche vortreffliche Bemerkungen zur hebräischen Grammatik und Lexicographie, an denen die Sprachforschung und die Exegese nicht werden verübergehen können. Auch hier sei aus der grossen Fülle einzelnes hervorgehoben, üeber den casus dependens wird zu 3,3 und 9,17 gehandelt, über den Genetiv zu 56,13 und 106,28, Über die״״Anticipation von Suffixen“ vgl. zu 9,13. Man vergleiche ferner die Sorgfalt, die der Verf. den einzelnen Redeteilen widmet, wie er z. B. Pronomina genau beachtet und Suffixe gegen einander abwägt. Auch bei den Präpositionen werden die verschiedenen Bedeutungen streng gegen einander abgegrenzt; man vgl. über ,ב die Bemerkungen zu 1,5; 17, 9; 22,26; 44,2; 49,19; 68,19; 90, 10 etc. Sehr viele neue Erklärungen beruhen auf Beachtung der Wort- Stellung im Satz. So wird רב in 19, 11 mit הנחמדים verbunden ״die viel begehrenswerter sind“ vgl. 123,3; 75, 6 und 78,16. Ebenso wie die Wortstellung im einzelnen Satz nicht immer der deutschen entspricht, so nimmt der Verf. auch für mehrere Sätze häufig eine Wort- Stellung an, die er als ״Chiasmus“ bezeichnet, wo die Construction von zwei Sätzen in einander greift und dadurch eine Wortstellung entsteht, die kaum wiederzugeben ist. Tatsächlich werden einzelne Stellen, die sonst als ganz verderbt gelten, so auf einfache Weise gelöst. 50,4. 5: יקרא אל השמים סעל ואל הארץ לרין עמו אספו לי חסידי כרתי בריתי ערי זבח lauten in der Uebersetzung: Er rufet den Himmel droben und die Erde drunten, (״Versammelt mir meine Frommen, die in meinem Bunde sind!“) dass sie sein Volk richten in Sachen der Opfer. Es wird also עלי זבח in 5 als adverbielle Bestimmung von לדין in V. 4 genommen, und damit ist das Thema des Psalms vortrefflich angegeben. Die dazwischen stehenden Worte geben den Inhalt des aufgetragengenen Rufs wieder. Auf dieselbe Weise werden 68, 5 u. 6. 24; 88, 9—11 u. A. erklärt. Ueberhaupt hält der Verf, gerade schwierige Constructionen, die häufig von den Exegeten durch Textänderungen beseitigt werden, fest und sucht sie zu erklären, vgl. zu 12, 6. — Die hohe Meinung, die der Verf. von der Poesie der Psalmen (vgl. zu 6, 8) und ihrer Kunstform hat, kommen der Exegese vielfach zu gute. Ausgehend־ von dem Gedanken, dass jedem Vordersatz ein Nachsatz entsprechen, dass die Gedankenverbindung streng logisch sein, die Bilder poetischen Gehalt und kunstgemässe Ausführungen haben müssen, gewinnt er sehr oft mit ganz leichten Mitteln einfache und richtige Erklärungen. Eines davon ist dies, dass überall, wo eine Rede im Text erwähnt wird, er diese auch wirklich in den folgenden Stücken sucht z. B 52, 9, das als Inhalt des ,Lachens“ von V. 8 genommen wird, ebenso 67,11; 59,7. 8; 78,10; 78,20. Am schlagendsten vielleicht ist 55,23, das allgemein als Selbstberuhigung, vom Verf. aber als die in V. 22 erwähnte gleissnerische Rede aufgefasst wird. Abgesehen davon, dass der Schluss Vs. 24 zu einer Selbstberuhigung sehr schlecht passt, führt der Verf. aus, redet der Hebräer im Selbstgespräch seine Seele an 43,5;12 .42,6 מה תשתוחחי נפשי u. ähnl. 62,2; 6; 103,1.2.22; 104, 1.35; 116, 7; 146,1. Eine feine Bemerkung über den Sprachgebrauch. Und solche Bemerkungen sind nicht vereinzelt. Lexicographie, Synonymik und Phraseologie werden aus dem Werke vielerlei entnehmen. Man vgl. was über die Bedeutungen

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