Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- X (1906)
- Issue
- 1/2 (Januar-Februar 1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2254995-7565916-7600161--1900-2256812- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
24 von שוב zu 6,6 9,18 .ס bemerkt ist, den Unterschied zwischen כבוד und 3 ,4 קלון, zwischen לין und 6,5 גור, Phrasen wie אדם ,עפר* ואפר; כל הארץ 31, 20 u. v. a. — Textconjecturen sind verhältnismässig selten, da der Verf. andere Mittel der Erklärung vorzieht, er auch von den alten Texten voraussetzt, dass sie nicht immer glatt sind (Zu 6,10 u. A.) Unter der Textänderungen sind eine Anzahl einfache •und einleuchtende: &76,8 13,6 גמר ,10,16 1ר u. a. Wo der Yerf. mehr in den Text eingreift, gibt er selten eine ausreichende Begründung und erweckt häufig den Eindruck der Willkür. — Diesen Eindruck werden überhaupt manche seiner neuen Auffassungen, die zum Teil ausführlicher begründet sind, hervorrufen, so die Erklärung, dass 6 ,5 הוללים ö. ein hebraisirtes iXXrjvttovus ist; dass ״lebendig nach dem Scheol fahren“ 49,16 bedeutet, dass Kinder und Angehörige dasselbe Schicksal teilen, dass אד הסלע am Schluss von Ps. 137 heisst ״und ,sich nichts daraus macht“. Die Beweisführungen des Verf. sind meist höchst interessant und anregend, ganz ohne Nutzen wird sie niemand lesen, aber das Resultat befriedigt doch nicht. Der Yerf. liebt es zu verblüffen und sucht mitunter gerade Seltsames hervor, oder aber er stellt durch unberechtigte Verallgemeinerung Regeln hin, die sich nicht halten lassen. Zu 27,13 heisst es, der Dichter gehört ״selbtverständlich zur sadducäischen Partei, denn kein Pharisäer hat je gedichtet“. Das ist durchaus nicht selbstverständlich, denn die Psalmen Salomo’s sind sicher aus pharisäischen Kreisen hervorgegangen. Aber die Pharisäer kommen überhaupt beim Yerf. sehr schlecht fort, man lese nur was er zu 6,7 bemerkt. Solch oberflächliche und kritiklose Urteile wie hier finden wir auch sonst z. B. zu 109,7, zu 119,19; 137,8; 139,24 etc. Man vermisst an solchen Stellen sehr ungern die sonstige Gründlichkeit des Yerf. Ebenso muss sein oft grundlos scharfer und agressiver Ton gegen moderne Exegeten und gegen die Arier überhaupt energisch zurückgewiesen werden. Wer Rassen-Vorurteile bekämpfen, will, soll nicht selbst RassenGegensätze gegen einander ausspielen. Manche Ideen des Verf. muten den Leser ganz merkwürdig an, 80 wenn er in Ps. 63 eine Parodie auf Ps. 14 sieht, wenn er in 137,1 ציון in der Bedeutung von ״Dürrenberg״ nehmen und danach erklären will. Dadurch, dass er durchaus Neues und Entlegenes sucht, zerstört er die schönsten poetischen Stellen, so in Ps. 29, wo die ganze herrliche Schilderung der Erscheinung Gottes in der Natur in den prosaischen Ruf nach Schätzen für den Tempel ausklingen soll. Das Wort כבור hat hier und auch sonst den Yerf. in seinem Streben nach Pricision irregeführt. Durch solche Seltsamkeiten hat besonders die Uebersetzung mehrfach gelitten. Sie ist im allgemeinen gut, sie liest sich glatt und schön, es sei hier nur auf die Psalmen 12,13, 60, 78,104 etc. verwiesen. Aber wie viele Absonderlichkeiten finden sich nicht auch hier; 4,6 zermartert euer Gehirn, 4, 7 0 dass wir die Fülle hätten, 52,7 die herausscharren, 78,26 Soviel wie ein Pferd konnte jeder essen, 103,16 ״denn stösst ihm das Geringste zu“ und dazu die sehr geschmacklose Bemerkung in der Anmerkung; 104,2 der das Licht ausgebreitet wie ein Laken, 104,12 droben sitzen die Vögel des Himmels, schimpfen auf sie in den Zweigen. Das ist die Kehrseite des Strebens des Yerf. nach sehr genauer Wiedergabe des hebräischen Textes und seiner Bilder, dass er auch vielfach dabei fehl greift und die Schönheit der Dichtung in das Gegenteil verkehrt. Auch seine arabischen Analogien, die demselben Zweck der Genauigkeit dienen