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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1906-01-01 · 1/2 (Januar-Februar 1906) · p. Seite 3

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
X (1906)
Issue
1/2 (Januar-Februar 1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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tigkeit Modena’s verbreitet haben. Eine Ehrenrettung, deren jeder redlich״ denkende sich freuen wird. Sie entspricht nicht nur dem edlen Bemühen, jedes und jeden möglichst von der guten Seite zu sehen und nach der guten Seite hin zu beurteilen, sondern ergibt sich auch unzweifelhaft aus zwei neuen urkundlichen Belegen. Der eine ist IST. 156 der hebräischen Sammlung S. 146, ein Brief an die Vorsteher der Hamburger Gemeinde in Angelegenheiten eines dortigen Ketzers, der eine Schrift gegen die jüdische Tradition nach Venedig gesandt habe. Dazu kommt als zweiter Beleg, der weitere Klarheit schafft, der vom Venezianer Rabbinat am 23. Ab des Jahres 5378 erlassene Bann gegen die Verrächter der rabbinischen Tradition. Dieses Schriftstück, abgedruckt als Anhang des deutschen Teils, S. 95 ff., ist zwar schon im Jahre 1902 veröffentlicht aber erst vom Herausgeber der Aufzeichnungen Modena’s recht beleuchtet und verwertet werden. Wir wissen nunmehr, dass der von Modena in dem Titel seiner Schrift מגן וצנה erwähnte Hamburger איש כסיל שמו היה דר אז באמבורג״ו ושלח פה שאלותיו אלד. ש׳ שע״ו nicht eine fingierte Person ist, hinter der als der eigentliche Talmudbekämpfer Modena selbst gesucht werden muss, sondern dass der Hamburger mit seinen Angriffen gegen die Tradition wirklich existiert hat. Modena ist also nicht etwa ein starker Angreifer und schwächlicher Verteidiger des Talmud in einer Person gewesen, sondern hat nur die Widerlegungen der talmudfeindlichen Ansichten verfasst. Ich halte die Beweisführung des Herausgebers zu Gunsten Modena’s für völlig gelungen und den diesem bisher angehefteten Makel eines Doppelspiels zugleich pro und contra Talmud tür völlig getilgt. Ebenso unumstösslich richtig scheint mir was dor Herausgeber 1 S. 93 ff. nach dem Vorgänge Libowitz’s, dem er hierin sich anschliesst, gegen Grätz’s ungünstige Auffassung von Modena’s Riti vorbringt, als ob Modena, der allmählig dahin gekommen wäre, sich vor Christen seines Bekenntnisses als Jude zu schämen, mit dieser für Christen geschriebenen, von Christen gierig gelesenen Schrift pietätlos das Judentum der Verspottung preisgegeben hätte. Nichts dergleichen ist der Pall, das Gegenteil vielmehr ist richtig, dass Modena mit seiner Schrift Riti zu heilsamer Aufklärung christlicher Kreise über das Judentum in dankenswerterweise beigetragen hat und dieses Büchlein in seiner Kürze und Klarheit ein schriftstellerisches Meisterwerk ist. Man darf übrigens die zum Teil freisinnig angehauchten Schriften italienischer Juden des XVI. und XVII. Jahrhunderts nicht nach der um diese Zeit unter den Juden in Deutschland, Polen oder in der Türkei herrschenden Anschauungen beurteilen. Dem aufrichtigen Danke, den der Herausgeber für seine hochinteressante Veröffentlichung und für Modena’s Ehrenrettung verdient, geschieht damit kein Abbruch, dass ich die vielen kleinen Ungenauigkeiten besonders in d.er Schreibung von Eigennamen, von italienischen Worten und Sätzen, aber auch in anderen Dingen als störend bezeichne und im folgenden als Frucht einer sorgfältigen Durchsicht des wertvollen Buches eine grosse Anzahl von Berichtigungen sowohl des hebräischen Textes als auch der dazu und zum deutschen Teil gegebenen Erklärungen und Bemerkungen des Herausgebers zusammenstelle. D bedeutet den deutschen, H den hebräischen Teil. Ich citiere die hebräischen Stücke entweder mit Angabe der Seitenzahl oder der hebräischen Numerierung. Die unmitellbar darauffolgende Zahl bezeichnet die Zeile der angeführten Seite oder Nummer. Ich beginne mit der Aufzählung von Ungenauigkeiten in der Schreibung italienischer Namen. D 31, 4 und 14, (auch sonst) Colonia st. Cologna. — 33,3 v. u. Rovio als Umschreibung von רובייו ist unrichtig, es muss

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