Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IX (1905)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 155 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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155 Namen aas einigen geschichtlichen Abhandlungen und Dokumenten, welche die Revue des Etudes J. brachte, zu lernen. Ein einziges Beispiel genüge vorläufig. In meinem: Die hebr. Uebersetz. d. Mittelalt. S. 709 erwähne ich (A. 553) Vidal לבודיאן; ich wusste die Deutung des Namens. nicht, ja nicht einmal, ob ד am Anfang für 'ד zu nehmen sei, — wie in hebräischen Umschreibungen in anderen Sprachen Agglutinationen Vorkommen (z. B. des Artikels im Italienischen, s. Catal. Mss. Leyd. p. 331). — Gross, Gallia Jud. p. 112, vermutet mit Recht einen französischen Ortsnamen, welcher (zunächst) einer Familie den Namen gab, oder auch nur einem Familienvater. Es bleibt nämlich noch zu untersuchen, ob alle so bezeichneten Personen derselben Familie, oder nur demselben früheren Wohnort angehören, und diese Frage ist von allgemeiner, d. h. methodischer Bedeutung. Gross unterscheidet zwei Salves Vidal de Borrian, franz. Bourrian (so ist zu schreiben), mit Sicherheit, die einer Nach- Prüfung bedarf. 1373 lebte Abraham Vidal de B. (Kaufmann, in Rev. Et. 3. XXXVI, 67). Vidal de Borriano starb in Arles 1355 (Rev. t.. 48 p. 272), der Sohn ״Abrametus“ (franz. Abramet, die Endung et, entsprechend der italienischen diminutiven etto, kommt auch in anderen biblischen Namen vor) und die Witwe Gardeta erscheinen 1. e. p. 266; ßendic (= ברוך) de Borriano 1402 — 28 (ib. p. 267); Salves ״de Bourrian“ in Arles 1428 (ib. t. 49 p. 66). Die Namenkunde hat auch noch manche Frage nach dem Ursprünge von Eigentümlichkeiten zu beantworten, so z. B. warum in Deutschland der Namen Elieser sich mit Liebermann, Liebmann, Lipmann, verbindet; ob ליווא eine süddeutsche Erweichung von ליב (Löw, Loeb, polnisch Leib), Lewa oder Liwa auszusprechen sei (s. Monatsschr. 1905 S. 400). Ueber jüdische Familiennamen ist mir keine allgemeine h istorischo Erörterung bekannt; für einen künftigen Forscher dürfte die Angabe nnd Methode des folgenden Artikels in mancher Beziehung belehrend und massgebend sein: A. Lübben, Etwas über niederdeutsche Familiennamen (Jahrb. des Vereins f. niederd. Sprachforsch. VI, 1881 S. 145—51). Grupppen: 1. Aus Eigennamen (Vornamen). 2. Herkunft, Wohnung, Aufenthalt. 3. Beschäftigung, Gewerbe, Stand. 4• Eigenschäften: körperliche, geistige, sittliche, verwandtschaftliche. 5. Werkzeuge, Geräte, auch Geld. 6. Tiemamen. 7. Pflanze und Mineral. 8. Speise, Gewürz. 9. Kleidung, 10. Naturerscheinungen, Jahresu. Tageszeit. 11. Imperative. In Deutschland haben bekanntlich eigentliche erbliche Familiennamen früher nicht existirt; erst vor ungefähr einem Jahrhundert