Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IX (1905)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 72 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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angaben aus der biblischen Geschichte nicht behaupten wollen. Aber auch manche seiner nachbiblischen Zeitdaten wären mit einem grossen Fragezeichen zu versehen. Man sehe nur z. B. die Listen von chrono• logischen Angaben S. 43,80,81,115,221,270,335 Anm. 1. Einen eigentümlichen Eindruck macht es vollends, wenn die richtigen Angaben des Verf., die er in die mittelalterlichen Texte in Klammem einschaltet, mit der chronologischen Annahmen der zu erklärenden Texte im Widersprach stehen. So ist es z. B., da die jüdischen Schriftsteller des Mittelalters durchweg das Jahr 68 als Datum der Tempelzerstörung annehmen, unangebracht und im Sinne des zu erklärenden Textes auch unrichtig, wie es der Verf. tut, in der Uebersetzung mittelalterlichhebräischer Texte, wo von diesem Ereignisse die Bede ist, jedesmal die richtige Jahreszahl 70 hinzuzuiügen. Desgleichen, wenn in einem mittelalterlichen Texte eine Stelle aus Jes. 40—66 citiert wird, ist es falsch, wie der Verf. es S. 378 tut, die Jahreszahl für Deuterojesaiä ״(um 616)w hinzuzufügen. Aehnliches gilt von den Jahreszahlen, die S. 74 zur Erklärung einer Stelle aus Augustinus dienen sollen. Wie störend wirkt im Texte 8. 85 die Zahl (1320—1020) für einen Zeiraum von ״fünfhundert“ Jahren, S. 94 die Zahl 586—36 für einen Zeitraum von ״siebzig“ Jahren, S. 253 die Zahl (66—70) für den Zeitpunkt ״hundert Jahre nach dem Tode Jesu“ I Weniger störend, aber doch der Berichtigung bedürftig sind einige mitunterlaufene Ungenauigkeiten oder Druckfehler in bibliographischen Angaben. Statt Editio Sora (S. 27 vorl. Z.) soll es heissen Ed. Jjar; statt Bologna 1582 (S. 28, Z. 4) 1. Bol. 1482; das. Z. 7 st. Sabionetta 1577 1. Sabbioneta 1557; S. 40 vörl. Z. st. 1554 1. 1544; S. 66 Z. 8 st 1543 1. 1546; S. 180 Anm. st. Mantua 1526 t M. 1562. S. 28 Z 13 ff. ist im Citat aus Mehasseh (so richtig st. Manasse) b. Israel, Conciliador 1, S. 122 (so richtig st. S. 119) zu corrigieren: aquel que & el (el reyno) st. anquel que a el (sc. el regno). Ausserdem ist diese Auslegung nicht eigentlich ״gemäss der Anweisung Bachjas“, sondern wie in Conciliador am Rande bemerkt ist, nach Ber. Rabba c. 99. — Die S. 121, Anm. 1 angeführte Stelle aus Weidner S. 410 findet sich nicht dort, sondern S. 270. Eine andere 8. 201 Anm. 2 angeführte, angeblich bei Weidner vorkommende hebräische Stelle habe ich 1. c. nicht auffinden können. Es braucht wohl nicht erst ausdrücklich gesagt zu werden, dass diese kleinen Aus- Stellungen, wie auch die folgenden Berichtigungen dem umfangreichen Buche nichts von seinem Werte nehmen wollen. Nach einer kurzen Einleitung, worin dieMassora und der texteskritische Apparat zu Gen 49,10 sorgfältig zusammengestellt ist, behandelt der Verl, in 18 C&pp. in chronologischer Anordnung die Spuren ältester Auslegung, die alten Versionen, die jüd. Traditionsliteratur, die Kirchenväter, sodann die gaonäische Zeit, die Exegese der spanischen Glanzperiode, die Darschanim, die nordfranzösische Exegetenschule, die apologetische und polemische Literatur (der Juden), die jüd. Bibelexegese bis zum Ende des XV. Jahrh., die Disputationsliteratur, die Karäer, die Samaritaner, schliesslich in Cap. XIV—XVII die christliche Exegese und Polemik, in Cap. XVIII die arabischen Autoren. Die überaus sorgfältig gearbeiteten Register bieten alles nur wünschenswerte. Die zum Schluss in einem besonderen Anhang S. III—LXXVI abgedruckten 111 hebräischen und arabischen Belege, zum Teil aus handschriftlichen Quellen, sind eine wertvolle Beigabe. Genügt schon ein Bück auf das Inhaltsverzeichnis, um die reiche Fülle des 1m Buche verarbeiteten Materials erkennen zu lassen, um wie viel mehr wird der aufmerksame Leser und Benutze):