Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1905-03-01 · 2 (März-April 1905) · p. Seite 52

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
IX (1905)
Issue
2 (März-April 1905)
Date
1905-03-01
Page
Seite 52 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2254995-7565914-7600153--1718-2256638
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— $> 2 dulden keinen Zweifel daran׳, dass dieser Kommentar — und demzufolge auch• der Kolieleth-Kommentar, den jetzt Frankel ediert hat ■“־ wirklich eine Uebersetzung aus dem Arabischen ist, nur dass die Uebersetzung eine sehr freie sein muss und dass das ärabische׳ Original nicht von Saadja herröhren kann. Beide Kommentare wurden׳ sicherlich schon im arabischen Original falschlieh dem Gaon zugeschrioben. Für׳ den zum Hohenlieds genügen zur Erhärtung der nichtsaadjanischen Herkunft die Proben bei Dukes (Beiträge II, 104—109). Was den nun ebenfalls gedruckten Kommentar zu׳ Koheleth betrifft, mögen folgende Einzelheiten zur Charakteristik dienen. '׳׳ Die kurze Einleitung beginnt mit der Bemerkung, dass der Titel des ■biblischen Buches nicht משל' קהלת,, sondern דבר' קהלת laätet, weil es nicht Gleichnisse, sondern in ihrem Wortsinn zu verstehende Aussprüche enthält. — Zu 1,1 werden die Namen König Sälomö’s erklärt. Die Erklärung von אמר (Prov. 30,1) ist dieselbe, die Saadja im Kommentar zu den Proverbien gibt, nur dass Säadja1 die Annahme, למואל ,אמר und איתיאל seien Benennungen Salomo’s, blos als möglich und in zweiter Reihe anführt; למואל leitet unser Kommentar, gleich Saadja, von der Präposition מול ab, aber mit ganz anderer Verwendung dieser Etymologie. — Zu 1, 5 wird, nach der Erklärung des Verses als Hinweis auf die feste ׳ Weltordnung (כי כבר תיקן הקב״ה העולם בתיקון הזק), die Meinung eines;,andern Gaön“ (ואמר גאון אחר) angeführt, wonach in diesem Verse ein Hinweis auf Tod und Auferstehung enthalten sei (זורח בבקר ונסתר בערב כך בן אדם יוצא לעולם ונסתר ממנו וכמו׳ שהשמש זורה למחרתו כך בן אדם עתיד להחיות •לעתיד לבוא׳). Diese Anführung scheint Zusatz ,des Uebersetzers zu sein und sie zeigt, dass derselbe davon überzeugt׳ war, dass׳ der Kommentar ein Werk Saadja’s war. — Zu V;<9 ׳, der ebenfalls auf die Vollkommenheit der Weltordnung hinweist (שבורא עולם ברא עולמו בתיקון ישלם) beantwortet der Kommeniator-den: aus den biblischen Wundern hergenommenen Einwand gegen die Unverbrüchlichkeit der Weltordnung mit den Worten: . . . אותם אותות אינן עיקר כי העיקר שמש וירח וכוכבים ושאר הבריות. — Zu' 1,13 nimmt der Kommentar :von dem Ausdruck: ונתתי את לבי /den; Anlass, gegen die Ansicht der בעלי הרפואות וחכמי הספרים החיצונים zu י polemisieren; die den Sitz des Denkens in das Gehirn verlegen: ודבריהם נהבלים כי שלמה המלך לא אמר ונתתי את מוחי או ונתתי את ראשי ״.-V אלא את לבי׳. Auch nach Saadja ist das Herz der Sitz der Seele, wach: Deut. 6, 5׳ und 11,13 (s. Amänät Absch. VI, p. 196; vgl. Kaufmann, die Sinne, S.■ 66). '— Zu 2,14: ״der Weise hat die ׳Augeüjm. Kopfe“ verweist der Kommentar auf das Wort der ׳Weisen:איזהו חכם המאה יאה הנולד ׳ (Tamid 32 a). — In 2, 18t-20

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.